Die Onkologie in Wien erhält durch die überregionale Zusammenarbeit zwischen den Kliniken Favoriten und Landstraße einen bedeutenden Impuls, um Patient*innen mit Magen- und Darmkrebs bestmöglich zu behandeln. Wiener Gesundheitsverbund berichtet, dass diese Kliniken über umfangreiche Expertise in der Behandlung von Krebserkrankungen der Verdauungsorgane verfügen. Im Fokus steht die optimale Begleitung der Patient*innen von der Diagnose bis zur Nachbetreuung.
Zu den häufigsten Krebserkrankungen in diesem Bereich gehört Magenkrebs, der jährlich in Deutschland fast 16.000 Menschen betrifft. Das Durchschnittsalter der betroffenen Patient*innen liegt bei über 70 Jahren. In vielen Fällen erfolgt die Therapie der ersten Wahl durch eine Operation, die von Viszeralchirurgen durchgeführt wird, während bei fortgeschrittenen Tumoren alternative Behandlungen wie Chemotherapie und zielgerichtete Medikamente erforderlich sind. Diese und weitere wichtige Aspekte über Magenkrebs sind im Krebszentrum CIO detailliert beschrieben.
Interdisziplinäre Tumorboards
Die interdisziplinären Tumorboards der Kliniken bestehen aus Expert*innen der Gastroenterologie, Radiologie, Onkologie, Chirurgie, Radioonkologie und Pathologie. Die Entscheidungen über die Behandlungen werden im Konsens getroffen und genau dokumentiert, was als wichtiger Schritt zur Qualitätssicherung gilt. Besonders die Kliniken Landstraße und Favoriten haben sich auf unterschiedliche Aspekte der Tumorbehandlung spezialisiert – während die Klinik Landstraße ihren Schwerpunkt auf die Tumorchirurgie bei Magen, Bauchspeicheldrüse und Darm legt, fungiert die Klinik Favoriten als Referenzzentrum für Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Gallenwegs-Tumore.
Um eine präzise Diagnosestellung zu gewährleisten, werden Gewebeproben im Endoskopie-Zentrum der Klinik Landstraße entnommen und anschließend ausführlich untersucht. Die molekularpathologische Aufarbeitung des Tumorgewebes erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Klinik Favoriten. Diese Ergebnisse werden dann im überregionalen Tumorboard besprochen, um die individuell beste Therapie für die Patient*innen festzulegen.
Risikofaktoren und Symptome
Drei Viertel der Magenkrebsfälle werden erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt, was die Wichtigkeit einer frühen Entdeckung unterstreicht. Risikofaktoren wie eine Infektion mit Helicobacter pylori, chronisches Sodbrennen, hoher Alkoholkonsum und Rauchen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Magenkrebs zu erkranken. Uncharakteristische Symptome, wie Schmerzen im Magenbereich, Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust, machen einen Arztbesuch ratsam. Diese Informationen und viele weitere sind beim Krebsinformationsdienst verfügbar, der auch kostenlose Broschüren zu Magenkrebs und anderen Krebsarten anbietet.
Zusätzlich zur chirurgischen Therapie werden in den Kliniken systemische und zielgerichtete medikamentöse Therapien durchgeführt. Die Behandlung orientiert sich an den aktuellen S3-Leitlinien, um sicherzustellen, dass die Patient*innen von den besten verfügbaren Methoden profitieren. Außerdem werden klinische Studien zur Weiterentwicklung der Therapien ins Auge gefasst, um den Fortschritt in der Krebsbehandlung voranzutreiben.
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Wiener Kliniken bietet eine vielversprechende Perspektive für die Therapie von Magen- und Darmkrebs. Der komprehensive Ansatz stellt sicher, dass die Patient*innen nicht nur behandelt, sondern auch in ihrer gesamten Krankheitsbewältigung unterstützt werden.