Am 14. Jänner 2026 hat die Wiener Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling die Notwendigkeit hervorgehoben, die Elementarbildung in Wien zu reformieren. In einer kommenden Grundsatzrede mit dem Titel „Elementarbildung“ wird sie die Herausforderungen und Perspektiven der frühkindlichen Bildung thematisieren. Diese Rede, die am Montag, 19. Jänner 2026, um 10:30 Uhr im Education Lab in der Maderstraße 1 stattfindet, markiert den Startschuss für eine umfassende Reform der Wiener Kindergartenlandschaft. Medienvertreter*innen sind eingeladen, sollten sich jedoch zuvor per E-Mail anmelden.
Emmerling machte darauf aufmerksam, dass die Pädagoginnen und Pädagogen in den Kindergärten unter hoher Belastung stehen. Zu den Ursachen zählen ein erheblicher Personalmangel und schnell wandelnde gesellschaftliche Bedingungen. Der Druck auf die Fachkräfte hat sich verschärft, da laut der DKLK-Studie 2023 mehr als 70% der Kitaleitungen in Deutschland negative Folgen des Personalmangels auf den gesetzlichen Auftrag ihrer Einrichtungen berichten.
Herausforderungen der Frühkindlichen Bildung
Der Personalmangel ist ein zentrales Problem, das nicht nur in der Wiener Kindergartenlandschaft, sondern auch deutschlandweit zu spüren ist. Über 10.000 Kitas in Deutschland arbeiteten im vergangenen Jahr über die Hälfte der Zeit mit unzureichendem Personal. Dies ist zweieinhalbmal so hoch wie im Jahr 2021. Infolgedessen mussten fast 90% der Kitaleitungen in den letzten 12 Monaten pädagogische Angebote reduzieren oder ganz ausfallen lassen.
Die Fachkräfte erleben steigende Arbeitsbelastungen, was zu höheren Fehlzeiten und einer zunehmenden Unzufriedenheit innerhalb der Belegschaft führt. Über 80% der Mitarbeitenden sind unzufrieden mit der Qualität der pädagogischen Arbeit. Der Mangel an Ressourcen hat bereits dazu geführt, dass mehr als ein Viertel der Kitaleitungen Kündigungen aufgrund des Personalmangels berichteten.
Maßnahmen zur Verbesserung der Situation
Um den Herausforderungen des Personalmangels zu begegnen, sind verschiedene Maßnahmen notwendig. Fort- und Weiterbildungsprogramme für Fachkräfte könnten helfen, die Kompetenzen auszubauen und Perspektiven innerhalb der Kitas zu fördern. Dazu gehören spezialisierte Rollen wie Sprachförderkräfte und Inklusionsbeauftragte. Zudem stellt der Einsatz von pädagogischen Hilfskräften eine Möglichkeit dar, Erzieher*innen zu entlasten, indem administrative Aufgaben übernommen werden.
Politische Maßnahmen sind ebenfalls unerlässlich. Laut der Kindergartenakademie sind staatliche und kommunale Investitionen notwendig, um die Infrastruktur der Kitas umfassend zu verbessern und die Anzahl der Kita-Plätze zu erhöhen. Öffentlichkeitskampagnen könnten dazu beitragen, das Ansehen des Erzieherberufs zu steigern, um neue Fachkräfte zu gewinnen.
Die DKLK-Studie 2023 zeigte zudem, dass viele Kitaleitungen Potenziale in der Nutzung von Ruhestands-Personal und der Aufstockung von Teilzeitkräften sehen. Ein besseres Gehalt und klare Karrierewege könnten ebenfalls zur Personalsicherung und zur Steigerung der Attraktivität des Berufs beitragen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Reform der Elementarbildung in Wien dringend notwendig ist. Während Bettina Emmerling in ihrer Grundsatzrede die Weichen für eine Zukunft der frühkindlichen Bildung stellen möchte, bleibt zu hoffen, dass die beschlossenen Maßnahmen auch tatsächlich zur Entlastung der Fachkräfte und zur Verbesserung der pädagogischen Qualität führen werden.