Wien setzt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität: Am 29. Jänner 2026 wurde die neueste Großwärmepumpe in der Müllverbrennungsanlage Spittelau in Betrieb genommen. Diese innovative Technologie, die 120 Tonnen wiegt – das entspricht dem Gewicht von 27 Elefanten –, wird voraussichtlich 16.000 durchschnittliche Wiener Haushalte mit Heizung und Warmwasser versorgen. Mit dieser Installationen verstärkt Wien Energie seinen Fokus auf eine nachhaltige Energiegewinnung und könnte die Effizienz der Müllverbrennungsanlage auf beeindruckende 95% steigern, wodurch sie zur effizientesten Müllverbrennungsanlage in Mitteleuropa wird. Laut Wien.gv.at hat Wien Energie in das Projekt rund 40 Millionen Euro investiert.
Die neue Wärmepumpe ist die dritte ihrer Art, die Wien Energie nach dem Kraftwerk Simmering und der Kläranlage ebswien in Betrieb nimmt. Sie nutzt die Abwärme der Rauchgasreinigung, um Energie zu gewinnen. Diese Technologie ist Teil einer größeren Strategie, die darauf abzielt, bis 2040 den Anteil erneuerbarer Energiequellen in der Fernwärmeversorgung von derzeit 40% auf 56% zu erhöhen. Die Abwärme aus den Rauchgasen wird in einem komplizierten Prozess gereinigt und für die Nutzung in der Wärmepumpe aufbereitet.
Wärmepumpen als Teil der Energiewende
Die Spittelau-Anlage erzeugt jährlich etwa Strom, um 30.000 Haushalte zu versorgen, und Fernwärme für 60.000 Haushalte. Mit der neuen Wärmepumpe kann diese Zahl sogar auf insgesamt 76.000 Haushalte steigen. Diese Entwicklung wird durch die aktuelle Effizienzsteigerung von 13% der gesamten Anlage zusätzlich unterstrichen. Darüber hinaus wird pro Jahr durch die neue Wärmepumpe eine CO2-Einsparung von 22.000 Tonnen realisiert, was zu einer bedeutenden Reduktion der Emissionen beiträgt.
Laut ORF Wien gibt es bereits ähnliche Anlagen in Basel, Kopenhagen und Hamburg, die ähnliche Technologien zur Abwärmegewinnung nutzen. Dabei sieht Wien die Nutzung dieser ungenutzten Abwärmequellen – etwa von Backöfen, Restwärme von Therme Wien und Abwärme aus Rechenzentren – als zentralen Bestandteil seiner Energiestrategie.
Langfristige Ziele für ein klimaneutrales Wien
Im Rahmen des Projekts „Thermaflex“, das auch durch den Klima- und Energiefonds gefördert wird, strebt Wien an, bis 2030 57% der Fernwärme aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Der geplante Erzeugungsmix bis 2040 sieht vor, dass 31% aus Großwärmepumpen, 26% aus Tiefengeothermie, 22% aus erneuerbaren Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und 21% aus Müllverbrennung stammen sollen. Ein Tiefengeothermie-Projekt in der Seestadt Aspern, das ab 2028 in Betrieb gehen soll, wird voraussichtlich 20.000 Haushalte versorgen.
Die Wiener Stadtwerke bekräftigen ihr Engagement für Klimaschutz und sehen sich als Impulsgeber und Möglichmacher für die Umsetzung dieser ehrgeizigen Ziele. In der Smart Klima City Strategie liegt der Fokus auf einer bedarfsorientierten, sicheren und umweltverträglichen Energieversorgung sowie auf klimafreundlicher Mobilität. Seit 1999 konnten die CO2-Emissionen pro Kopf in Wien um fast 40 Prozent gesenkt werden, was die Stadt zu einem Vorzeigemodell im Bereich Fernwärme in Europa macht.
Insgesamt zeigt die Inbetriebnahme der neuen Großwärmepumpe in der Spittelau, wie Wien durch innovative Ansätze im Bereich Energie die Weichen für eine nachhaltige und klimaneutrale Zukunft stellt.