Am 7. Jänner 2026 hat die Stadt Wien die Einführung eines neuen Lehrberufs als Klimagärtner*in bekannt gegeben. Diese innovative Ausbildung zielt darauf ab, einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz sowie zur nachhaltigen Stadtgestaltung zu leisten. Klimagärtner*innen sind Expert*innen für die Begrünung urbaner Räume und tragen durch verschiedene Maßnahmen aktiv zur Bekämpfung des Klimawandels bei.

Zu den Aufgaben der Klimagärtner*innen gehören die Begrünung von Fassaden und Dächern, die Entsiegelung von Flächen sowie die Auswahl klimaangepasster Pflanzen. Zudem fördern sie die Biodiversität und verbessern die Lebensqualität in Städten. Jürgen Czernohorszky, der Stadtrat, hebt die entscheidende Rolle der Grünräume in der Bekämpfung des Klimawandels hervor und betont, dass solch nachhaltige Praktiken für die urbanen Lebensräume unerlässlich sind.

Berufsausbildung und Perspektiven

Die dreijährige Ausbildung zur Klimagärtner*in findet an der Berufsschule für Gartenbau und Floristik Wien Donaustadt statt. Diese Ausbildung kombiniert handwerkliches Geschick mit ökologischer Verantwortung und vermittelt den Lehrlingen nachhaltige Praktiken, die bei der Bekämpfung des Klimawandels eine zentrale Rolle spielen. Bildungsdirektorin Elisabeth Fuchs unterstreicht die zukunftssichere Perspektive, die dieser Lehrberuf für junge Menschen bietet.

Die duale Ausbildung gliedert sich in Theorie und Praxis, wobei ein Großteil der praktischen Ausbildung direkt in Betrieben erfolgt. Die Lehrlinge lernen unter anderem Pflanzenkunde, Baustellenabsicherung und die Planung sowie Wartung von Bewässerungssystemen. Diese umfangreiche Ausbildung stellt sicher, dass die Fachkräfte hervorragend für die Herausforderungen in der urbanen Grünraumgestaltung vorbereitet sind.

Ein Beitrag zur Klimaverbesserung

Die Bedeutung des Berufs als Klimagärtner*in ist nicht zu unterschätzen. Laut lehrberuf.info adressiert dieser Beruf zahlreiche Herausforderungen, wie Hitzeinseln, Starkregen und den Verlust von Biodiversität. Durch Maßnahmen wie die Schaffung von Schattenspendern und die Verbesserung der Versickerungsfähigkeit von Flächen tragen Klimagärtner*innen dazu bei, die Auswirkungen von Wetterextremen zu mildern und die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen.

Zusätzlich zeigen Studien, die im Kontext des Karlsruher Instituts für Technologie durchgeführt wurden, dass Grünanlagen einen signifikanten Einfluss auf das Stadtklima haben. Die Erhöhung des Baumbestandes um mindestens 30 Prozent könnte die Anzahl extremer Hitzestunden um bis zu 64 Prozent senken. Bäume verbessern die Luftqualität und bieten den Stadtbewohnern Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten, was die Relevanz des Berufs unterstreicht.

Mit der Einführung dieses Lehrberufs stärkt Wien nicht nur seine Position in der grünen Stadtentwicklung, sondern bietet jungen Menschen auch die Möglichkeit, aktiv an der Schaffung lebenswerten urbaner Räume mitzuarbeiten. Klimagärtner*innen tragen somit maßgeblich zur Gestaltung einer nachhaltigeren und behaglicheren Stadt bei.