Am 1. Februar 2026 hat die Stadt Wien einen entscheidenden Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft unternommen, indem sie die Wiederverwendung von gebrauchten Granitsteinen fördert. Diese langlebigen Materialien, die bei Straßensanierungen und Umbauten ausgesondert werden, sollen nicht nur verkauft, sondern auch effizient wiederverwertet werden. Laut Wien.gv.at trägt dies zur Ressourcenschonung und zu nachhaltigem Handeln bei.

Granit ist eine begrenzt verfügbare Ressource, und die Initiative zielt darauf ab, sowohl Entsorgungskosten zu sparen als auch die Umwelt zu schonen. Die Magistratsabteilung Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28) ist für die Demontage zuständig, während die Abteilung Zentraler Einkauf und Logistik (MA 54) Unternehmen zur Aufbereitung und Wiedereinbau der Steine sucht. Es wurden bereits 3.700 Tonnen Granitsteine im Jahr 2025 verkauft, und das Vorhaben unterstützt auch die Ziele des Wiener Klimafahrplans.

Nachhaltige Verwendung von Naturstein

Die Wiederverwendung von Granitsteinen ist nicht nur ein lokales Projekt. Naturstein ist weltweit verfügbar und bietet viele Vorteile. Wie Zukunft Naturstein berichtet, hat Naturstein einen geringen CO₂-Fußabdruck. Dieser entsteht durch die geringe Energieaufwendung für Gewinnung, Fracht und Verarbeitung. Die Verwendung von Grünstrom in modernen Produktionswerken ist ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung.

Naturstein bildet die Grundlage für eine zirkuläre Bauweise. Projekte wie der von HOFMANN NATURSTEIN entwickelte Naturstein-Recycling-Klinker, der 2025 auf der BAU-Messe in München ausgezeichnet wurde, zeigen, wie Sekundärrohstoffe sinnvoll eingesetzt werden können. Interviews mit Experten bestätigen, dass die Wiederverwendung vorhandener Materialien den Bedarf an neuen Rohstoffen reduziert und CO₂-Emissionen senkt.

Politische Initiativen zur Kreislaufwirtschaft

Auf bundespolitischer Ebene legt die Allianz für Transformation besonderen Fokus auf „Zirkuläres Wirtschaften bei Bau, Baustoffen und Gebäuden“, wie Kreislaufwirtschaft Deutschland informiert. Es werden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Nationale Klimaschutzstrategie (NKWS) voranzutreiben. Dazu gehört der Bestandserhalt vor Neubau sowie die Anpassung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure.

Ein zentraler Punkt ist die Entwicklung eines bundesweit einheitlichen Gebäudedatenbestands zur Unterstützung der Kreislaufwirtschaft. Zu den geplanten Maßnahmen zählen unter anderem die Einführung eines digitalen Ressourcenpasses für Gebäude sowie die Entwicklung standardisierter Kompensationslösungen. Diese Initiativen sollen helfen, die Wiederverwendung von Bauteilen zu erhöhen und den Einsatz von Sekundärrohstoffen zu fördern.

Zusammenfassend zeigt die Wiener Initiative zur Wiederverwertung von Granitpflastersteinen nicht nur lokale Bemühungen, sondern ist Teil eines umfassenderen Trends hin zu einer nachhaltigen Bauweise und einer zirkulären Wirtschaft. Diese Ansätze sind entscheidend, um Ressourcen zu schonen und CO₂-Emissionen zu reduzieren, während gleichzeitig der Erhalt historischer Stadtbilder gefördert wird.