Am 29. Oktober 2025 besuchte Barbara Novak, Stadträtin für Wirtschaft und Arbeit, im Rahmen der waff-Lehrlingstour drei Unternehmen in Wien, die exemplarisch die Vielfalt und Qualität der Lehrausbildung in der Stadt repräsentieren. Mit über 18.200 Lehrlingen positioniert sich Wien als bedeutender Ausbildungs- und Zukunftsort. Aktuell befinden sich 18.270 Lehrlinge in Ausbildung, darunter 6.451 im ersten Lehrjahr.
Die Stadt Wien fördert aktiv die Qualität der Ausbildung, Chancengerechtigkeit und Frauen in technischen Berufen. Zu den Maßnahmen zur Stärkung der Lehre gehören der Bau eines Zentralberufsschulgebäudes, Klimaschutz-Lehrausbildungsprämien und spezielle Förderungen für Betriebe, die erstmals Lehrlinge ausbilden. Rund 3.270 Lehrlinge werden in überbetrieblichen Lehrwerkstätten ausgebildet, während etwa 900 in verschiedenen überbetrieblichen Ausbildungsformen tätig sind.
Stationen der Lehrlingstour
Die erste Station der Tour war der Smart Campus der Wiener Netze, wo 162 Personen in vier Berufen ausgebildet werden, darunter auch 11 Frauen zu Elektrotechnikerinnen. Die Kooperation mit waff und AMS Wien hebt hervor, dass 80% der erfolgreichen Lehrlinge in ein dauerhaftes Dienstverhältnis übernommen werden. Die Wiener Stadtwerke-Gruppe bildet außerdem rund 700 Lehrlinge in 21 Berufen aus.
Die zweite Station führte die Gruppe zu Jugend am Werk, wo rund 900 Jugendliche in verschiedenen Lehrberufen ausgebildet werden. Mit 17 Ausbilder*innen werden 140 angehende Installations- und Gebäudetechniker*innen, Floristiker*innen, Garten- und Grünflächengestalter*innen sowie Metallbearbeiter*innen und Tischler*innen unterstützt. Die Erfolgsquote bei Lehrabschlussprüfungen liegt hier bei bemerkenswerten 84%. In den letzten zwei Jahren konnten 254 Lehrlinge erfolgreich in Betriebe vermittelt werden.
Die dritte Station war Winter Artservice, ein Unternehmen, das seit 1993 im Bereich Bühnenbau und Museumsgestaltung tätig ist. Es wurde mit dem Qualitätssiegel „TOP-Lehrbetrieb” ausgezeichnet und erhielt den AmaZone-Preis für die Förderung von Frauen in technischen Berufen.
Bedeutung der Ausbildung
Die drei Ausbildungsbetriebe zeigen eindrücklich, wie Stadt, Wirtschaft und Ausbildung gemeinsam an der Gestaltung einer positiven Zukunft arbeiten. Diese Initiativen stehen im Kontext gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen, bei denen Bildung die Beschäftigungs- und Verdienstchancen entscheidend verbessert. Laut der OECD-Publikation „Bildung auf einen Blick“ ist ein Anstieg des Anteils junger Menschen mit Tertiärabschluss zu beobachten, wobei Deutschland einen ähnlichen Trend aufweist, insbesondere bei Frauen.
Dennoch verzeichnet Deutschland einen Anstieg des Anteils jüngerer Personen ohne Berufsausbildung, der über dem OECD-Durchschnitt liegt. Andreas Schleicher und Experten der Bertelsmann Stiftung diskutierten kürzlich Maßnahmen zur Bekämpfung von Bildungsungleichheiten, die auch für die Stadt Wien von wachsender Bedeutung sind. Eine starke Ausbildungspolitik ist somit nicht nur entscheidend für individuelle Karrieren, sondern auch für die Zukunftsfähigkeit der gesamten Stadt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine klare und effektive Ausbildungspolitik der beste Weg ist, um Wien als Standort für Unternehmen und Arbeitskräfte weiter zu festigen, ebenso wie die Erkenntnisse der OECD die Relevanz eines gezielten Engagements in der Bildung unterstreichen.