Wien-Neubau

Neubau plant kritische Erinnerungskultur: Ein Schritt in die Zukunft

Wiener Neubau beschließt überraschend eine kritische Erinnerungskultur, um böse Geschäfte aus der NS-Zeit endlich aufzuarbeiten – die Spannung steigt!

Im Wiener Bezirk Neubau steht eine grundlegende Neuausrichtung der Erinnerungskultur bevor. In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung wurde einstimmig beschlossen, eine wissenschaftlich fundierte und kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Bezirks zu fördern. Dieses Vorhaben wurde durch einen Resolutionsantrag von mehreren politischen Parteien - SPÖ, Grüne, Neos und ÖVP - angestoßen, der mittlerweile in der Kulturkommission verhandelt wird.

Die Diskussion um eine kritischere Erinnerungskultur hat besondere brisante Anlässe. Entscheidender Trigger war die Umbenennung eines Parks in der Nähe des Urban-Loritz-Platzes nach Mizzi Langer-Kauba, deren problematische Verbindungen zur NS-Zeit ans Licht kamen. Dies führte dazu, dass sich die politischen Parteien in Neubau für eine tiefere Auseinandersetzung mit der Geschichte und eine kritischere Betrachtung von Gedenkformen ausgesprochen haben.

Die nächsten Schritte und Perspektiven

Die Vision ist klar: Gemeinsam mit dem Verein "Neubau erinnert" und dem zugehörigen Beirat soll ein umfassender Leitfaden entwickelt werden. Bezirksvizin Isabelle Uhl (Grüne) betont die Relevanz, die ein vertiefter Umgang mit der historischen Vergangenheit für das Bewusstsein zukünftiger Generationen hat. „Es ist wichtig, nicht nur die dunklen Kapitel zu beleuchten, sondern sie auch in Beziehung zu unserem heutigen Handeln zu setzen“, erklärt sie.

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Für Christina Schlosser, die Bezirksparteiobfrau der ÖVP, ist eine solche Erinnerungskultur nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Blick in die Zukunft. „Wir brauchen eine Kultur, die sowohl die Fehler der Vergangenheit aufzeigt als auch die demokratischen Werte und Menschenrechte fördert“, sagt sie weiter. Digital und interaktiv soll diese neue Erinnerungskultur gestaltet werden, damit vor allem die jüngere Generation angesprochen wird.

Besonderen Wert legen die Parteien darauf, dass Gedenkstätten gestärkt werden und die Verantwortung für die Rolle Österreichs im Zweiten Weltkrieg nicht aus dem Blickfeld verloren geht. Gleichzeitig wird die Forderung laut, extremistischen Tendenzen und Antisemitismus entgegenzuwirken, indem die positiven Aspekte nationaler Identitäten hervorgehoben werden.

Ein kritischer Punkt in der Diskussion ist die Geschwindigkeit, mit der Platzbenennungen in den Bezirken erfolgen. Julia Deutsch, die Bezirksparteiobfrau der Neos, äußert ihre Bedenken: „Wir sehen, dass Entscheidungen oft ohne ausreichend fachliche Diskussion getroffen werden. Eine genauere wissenschaftliche Prüfung ist notwendig, bevor die Anträge an die Stadt Wien weitergeleitet werden.“

Die Entwicklung in Neubau zeigt, wie wichtig eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte ist. Der Bezirk tritt damit in eine neue Phase, in der sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft im Fokus stehen. Die verschiedenen politischen Strömungen scheinen sich einig zu sein, dass eine respektvolle und kritische Erinnerungskultur für alle Generationen von Bedeutung ist und dass die Lehren aus der Geschichte dabei nicht vergessen werden dürfen.


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Quelle
meinbezirk.at

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