Am 6. August 2025 begab sich ein schwer belasteter Mann in Wien-Meidling auf einen gefährlichen und kriminellen Pfad. Der 31-Jährige, der laut dem psychiatrischen Sachverständigen Peter Hofmann seit seinem 14. Lebensjahr Vergewaltigungsfantasien in Bezug auf junge Mädchen hegt, folgte einer 17-Jährigen bis zu ihrer Wohnungstür. Nach einem ersten, jedoch erfolglosen Versuch, die Tür zu überprüfen, kehrte er vier Tage später zurück, um seinen Plan in die Tat umzusetzen.
Bewaffnet mit einem Klappmesser brach er am 10. August die Holztür der Wohnung auf und weckte das schlafende Mädchen. Unter Drohungen fügte er ihr eine Schnittwunde an der rechten Hand zu und zwang sie, sich auszuziehen. Der Missbrauch endete erst, als die Jugendliche ihm mitteilte, dass ihre Mutter auf dem Weg sei. Der Täter floh, wurde jedoch einige Tage später von der 17-Jährigen auf der Straße erkannt und festgenommen, was die Ermittlungen vorantrieb.
Psychische Belastung und Gerichtsverfahren
Peter Hofmann beschreibt das Verhalten des Angeklagten als zusätzliche Demütigung für das Opfer. Die psychologische Auswirkung eines solchen Übergriffs ist enorm. Wie diverse Studien belegen, entwickeln 55,5% der Vergewaltigungsopfer eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Die Folgen dieser seelischen Verletzungen sind tiefgreifend und können den Grundstein für langfristige psychische Probleme legen. Herausforderungen wie Scham, Schuldgefühle oder Angstzustände sind häufige Begleiterscheinungen.
Der Staatsanwalt fordert neben einer mehrjährigen Freiheitsstrafe auch die Unterbringung des Angeklagten in einem forensisch-therapeutischen Zentrum, was der Angeklagte mittlerweile zugestimmt hat. Zudem gestand er, bereits am 26. Mai 2025 versucht zu haben, eine Joggerin zu vergewaltigen.
Die Dimension des Problems
Wie Zahlen und Fakten zeigen, ist sexualisierte Gewalt gegen Frauen ein weltweites Problem. Weltweit erlebt jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Gewalt. In Deutschland wird berichtet, dass 13% der Frauen und Mädchen im Alter von 16 bis 85 Jahren sexualisierte Gewalt erfahren haben. Diese erschreckenden Statistiken verdeutlichen die Notwendigkeit, Gewalt gegen Frauen aktiv zu bekämpfen und den Opfern Unterstützung anzubieten.
In Hamburg sind, laut der Polizeistatistik von 2020, 88,1% der 1.955 polizeilich erfassten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die verzeichnet wurden, gegen Frauen gerichtet. Trotz steigender Zahlen ist die Meldequote für Vergewaltigungen in Deutschland relativ niedrig, was auf eine hohe Dunkelziffer schließen lässt.
Der Prozess gegen den 31-Jährigen, der am 7. April fortgesetzt wird, wird von der Erwartung geleitet, ein umfassendes Gutachten über den psychischen Zustand der 17-Jährigen zu erhalten. Eine mögliche Diagnose über eine posttraumatische Belastungsstörung könnte den Strafrahmen erheblich erweitern.