Wien hat bedeutende Fortschritte im Kampf gegen Lichtverschmutzung erzielt. Eine neue Untersuchung, durchgeführt von der Kuffner-Sternwarte, zeigt, dass die Lichtverschmutzung in der Stadt seit 2015 um beeindruckende 75 % gesunken ist. Ziel dieser Maßnahmen, die auch als Teil eines umfassenden Wartungs- und Instandhaltungskonzepts verstanden werden müssen, ist die weitere Reduzierung der Lichtverschmutzung durch die Umrüstung auf LED-Beleuchtung. Aktuell sind bereits 80 % der Straßenbeleuchtung in der Stadt auf die modernere LED-Technologie umgerüstet.

Um die Fortschritte genau zu analysieren, wurden über 10 Jahre hinweg Messungen in verschiedenen Bereichen der Stadt, einschließlich Zentrum, Stadtrand und Umland, vorgenommen. Hochsensible Sensoren zur Überwachung der Helligkeit des Nachthimmels kamen zum Einsatz, um den Einfluss der Straßenbeleuchtung zu dokumentieren. Der Anteil der Lichtverschmutzung, der durch Straßenbeleuchtung verursacht wird, lag 2015 noch bei etwa 8 % und soll bis 2025 auf unter 2 % gesenkt werden. Eine vollständige Umrüstung aller 133.000 Straßenleuchten auf LED-Technologie ist bis 2028 geplant.

Nachhaltige Beleuchtung und ihre Vorteile

Moderne LED-Leuchten sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch effizienter. Diese Leuchten lenken das Licht gezielt auf Straßen und Fußwege, wodurch die Lichtabstrahlung in den Nachthimmel drastisch reduziert wird. Diese Maßnahmen haben positive Auswirkungen auf die nachtaktive Fauna, inklusive geringerer Anlockung von Nachtfaltern. Untersuchungen der Wiener Umweltanwaltschaft zeigen, dass LED-Leuchtmittel bis zu 80 Prozent weniger Insekten anziehen und töten als konventionelle Lampen. Das ist nicht nur positiv für die Umwelt, sondern auch wichtig, um die Artenvielfalt in städtischen Gebieten zu erhalten.

Lichtverschmutzung, auch als Lichtsmog oder Lichtglocke bekannt, beschreibt die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen. Diese Aufhellung ist nicht nur störend für die Bewohner, sondern hat auch gesundheitliche Folgen für Menschen und Tiere. Straßenbeleuchtung macht etwa zwei Drittel der Lichtquellen im öffentlichen Raum aus, ist jedoch nur für rund ein Drittel der Lichtverschmutzung verantwortlich. Durch den Austausch auf moderne LED-Technologien wird erwartet, dass der Anteil der öffentlichen Beleuchtung am Lichtsmog weiterhin sinkt.

Ökologische Auswirkungen der Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung ist eine ernstzunehmende Umweltgefahr, die natürliche Ökosysteme stört und die Artenvielfalt gefährdet. Neben der Beeinträchtigung des nächtlichen Lebensraums hat sie auch negative Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum und das Verhalten nachtaktiver Tiere. Künstliche Beleuchtung stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus und hat bei Menschen das Risiko für Schlafstörungen, sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. In Deutschland sterben an einer einzigen Straßenlampe während eines Sommerabends durchschnittlich 150 Insekten, was hochgerechnet auf alle Straßenlaternen zu alarmierenden Zahlen führt.

Die Kombination aus technologischem Fortschritt und ökologischen Überlegungen zeigt, dass Wien auf dem richtigen Weg ist, Lichtverschmutzung effektiv zu bekämpfen und gleichzeitig die Lebensqualität seiner Bürger zu verbessern. Mit der städtischen Initiative zur Umrüstung auf LED-Beleuchtung wird der Grundstein für eine nachhaltigere urbane Zukunft gelegt. Laut wien.gv.at soll bis 2028 eine CO2-Einsparung von rund 1.000 Tonnen pro Jahr erreicht werden, was dem Bedarf von etwa 2.500 Haushalten entspricht.

Somit bietet die Umstellung auf LED nicht nur eine Lösung zur Reduzierung von Lichtverschmutzung, sondern auch eine bedeutende Möglichkeit, die Stadt nachhaltiger und lebenswerter zu gestalten.