Wien

Wien droht Klimaziele aufgrund mutloser Verkehrspolitik zu verfehlen – Grüne stellen dringliche Anfrage an Bürgermeister Ludwig

Dringliche Anfrage der Grünen an Bürgermeister Ludwig

In einer kürzlich debattierten Dringlichen Anfrage an Bürgermeister Michael Ludwig haben die Grünen ihre Bedenken hinsichtlich des Wiener Verkehrs und der Klimaziele geäußert. Gemeinderat Kilian Stark von den Grünen betonte dabei, dass es nun an der Zeit sei, die Stadt aktiv zu gestalten und eine lebenswerte Umgebung für zukünftige Generationen zu hinterlassen. Er kritisierte die Politik der Stadt Wien und bezeichnete den Verkehr als Sorgenkind. Obwohl der Wiener Klimafahrplan eine gute Initiative darstelle, müsse der Autoverkehr drastisch reduziert werden, um die Klimaziele zu erreichen. Stark forderte eine Reduktion auf 15% des gesamten Verkehrs, da der Autoverkehr den Löwenanteil ausmache. Er bezeichnete die Investitionen in den Radverkehr als lächerlich im Vergleich zu den Ausgaben für Straßenprojekte und forderte mehr Tempo in Sachen Klimaschutz. Stark schlug verschiedene Maßnahmen vor, wie einen "klimafreundlichen Gürtel", eine "klimafitte Zweierlinie" und die Schaffung von Begegnungszonen. Außerdem solle Wien positive Beispiele aus anderen Städten, wie Paris, Brüssel und Helsinki, übernehmen.

Bürgermeister Ludwig betonte hingegen, dass Wien bereits Vorreiter in Sachen Mobilitätswende sei. Durch konsequente Mobilitätspolitik habe sich der Anteil der mit dem Auto zurückgelegten Wege auf 26% reduziert. Ludwig hob die hohe Lebensqualität in Wien hervor und betonte, dass die Stadt weiterhin in den öffentlichen Verkehr investieren werde. Der Ausbau des Radverkehrsnetzes habe oberste Priorität und es seien bereits über 50 Projekte umgesetzt worden. Ludwig wies darauf hin, dass das Mobilitätssystem in Wien international anerkannt sei und dass Wien mobil sein könne, ohne ein Auto zu besitzen. Er betonte auch die Bedeutung des Grünraums in Wien, der zu einer hohen Lebensqualität beitrage. Die Stadtgärten verwalten rund 500.000 Bäume, die als natürliche Klimaanlage dienen. Außerdem werde die Anzahl der Bäume weiter erhöht.

Ludwig äußerte sein Unverständnis bezüglich der Vorwürfe der Grünen in Bezug auf die Verkehrsberuhigung der Inneren Stadt. Er betonte, dass eine fertige Machbarkeitsstudie vorliege, die jedoch vom Bund blockiert werde. Des Weiteren betonte Ludwig, dass Wien bei der Planung des öffentlichen Verkehrs nicht im Verzug sei und dass intensiv an der Umsetzung von Straßenbahnen und Taktverdichtungen gearbeitet werde. Ludwig hob auch hervor, dass Wien mit einem Grünraumanteil von 53% eine der grünsten Städte der Welt sei und dass die Stadt regelmäßig neue Initiativen zur Erhöhung der Baumanzahl starte.

Die Meinungen über die Stadtstraße Aspern sind geteilt. Ludwig betonte, dass sie eine wesentliche Voraussetzung für den Bau von leistbaren und klimafreundlichen Wohnungen sei. Ohne diese Wohnungen würde es zur Absiedlung ins Umland kommen, was negative Auswirkungen auf das Klima hätte. Ludwig erklärte, dass ein Maßnahmenmix aus Umweltverbund und Bündelung des Autoverkehrs notwendig sei, während der Öffi-Ausbau in der Donaustadt weiter vorangetrieben werde.

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| Informationen zum Verkehr in Wien |
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| Anteil der Verkehrswege, die mit dem Auto zurückgelegt werden | 26% |
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| Anzahl der umgesetzten Radverkehrsprojekte in der Legislaturperiode | 50 |
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| Grünraumanteil in Wien | 53% |
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| Anzahl der gepflanzten Stadtbäume seit Beginn der Legislaturperiode | 19.413 |
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Die Debatte verdeutlicht die unterschiedlichen Ansichten über den Verkehr und den Klimaschutz in Wien. Während die Grünen eine drastische Reduzierung des Autoverkehrs fordern und mehr Investitionen in den Radverkehr und klimafreundliche Maßnahmen wünschen, betont Bürgermeister Ludwig die bereits erreichten Fortschritte und die hohe Lebensqualität in Wien. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen in Zukunft ergriffen werden, um die Klimaziele zu erreichen und den Verkehr in Wien nachhaltiger zu gestalten.



Quelle: Stadt Wien

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