Das Jüdische Museum Wien plant für das Jahr 2026 eine Reihe von vier neuen Ausstellungen, die sowohl die historischen als auch die gegenwärtigen Aspekte der jüdischen Identität und Geschichte thematisieren werden. Die Ausstellungen werden in zwei Standorten, dem Museum Judenplatz und dem Museum Dorotheergasse, stattfinden. Der Fokus liegt auf den Themen Erinnerung, Vergessen, Exil und interreligiösem Dialog sowie kulturellen Verflechtungen, was die Relevanz des Museums im Umgang mit schwierigen historischen Erzählungen unterstreicht. So berichtet Wien.gv.at.

Die erste Ausstellung mit dem Titel „Alles vergessen“ wird am 27. Jänner 2026 eröffnet und befasst sich mit der Macht und Ohnmacht des Vergessens aus kulturhistorischer Perspektive. Dabei werden sowohl innerjüdische als auch externe Aspekte des Vergessens behandelt, insbesondere in Bezug auf die nationalsozialistische Vernichtungspolitik. Diese Diskussion zielt darauf ab, die historische Verantwortung zu reflektieren. An der Ausstellung werden renommierte Künstler*innen wie Arnold Dreyblatt und Dani Gal teilnehmen. Sie wird vom 28. Jänner bis zum 6. September 2026 im Museum Judenplatz zu sehen sein und zudem eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems haben, wo die Ausstellung von 8. November 2026 bis 18. April 2027 fortgeführt wird.

Vielfältige Perspektiven

Die zweite Ausstellung, „A Muslim, a Christian, and a Jew“, eröffnet am 19. Mai 2026 im Museum Dorotheergasse. Der israelische Künstler Eran Shakine präsentiert humorvolle Anti-Karikaturen, die die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei monotheistischen Religionen beleuchten. Diese Ausstellung wird bis zum 8. November 2026 zu sehen sein und wird von Barbara Staudinger und Hannes Sulzenbacher kuratiert.

Ein drittes Highlight ist die Ausstellung „Heimatlos. Wiener Juden im Exil“, die am 22. September 2026 eröffnet wird. Sie thematisiert die Vertreibung der jüdischen Gemeinde Wiens nach dem Anschluss 1938 und dokumentiert die Herausforderungen und den Verlust der Heimat für viele jüdische Wiener*innen. Diese Ausstellung wird vom 23. September 2026 bis zum 4. April 2027 im Museum Judenplatz präsentiert und steht unter der Kuratierung von Caitlin Gura.

Die letzte Ausstellung für dieses Jahr trägt den Titel „Die Morgenländer. Jüdische Forscher und Abenteurer auf der Suche nach dem Eigenen im Fremden“ und wird am 24. November 2026 im Museum Dorotheergasse eröffnet. Sie zielt darauf ab, die Entstehung der Orientwissenschaften im 19. Jahrhundert und deren Verbindung zur jüdischen Geschichte Wiens zu beleuchten. Diese Ausstellung wird bis zum 9. Mai 2027 gezeigt und von Felicitas Heimann-Jelinek sowie Marcus Patka kuratiert.

Ein bedeutendes Erbe

Das Jüdische Museum Wien selbst hat eine lange und bewegte Geschichte. Es wurde 1895 als erstes modernes jüdisches Museum weltweit eröffnet und gehört zu den bedeutendsten kulturellen Institutionen der Stadt. Das Museum in der Dorotheergasse bietet sowohl eine Dauerausstellung als auch Wechselausstellungen und ist nach wie vor ein zentraler Ort zum Verständnis der jüdischen Kultur und Geschichte in Wien. Auch das Museum Judenplatz, das das Holocaust-Mahnmal umfasst, ist Teil dieser Institution (Wien.info).

In den letzten Jahren hat das Museum verstärkt daran gearbeitet, ein breiteres Publikum zu erreichen und die jüdische Geschichte Wiens auf innovative Weise zu präsentieren. Die aktuelle Dauerausstellung „Unsere Stadt!“ behandelt das jüdische Leben in Wien von 1945 bis heute und ist ein Schlüsselfaktor für die Bildung und Sensibilisierung der Besucherinnen und Besucher.

Darüber hinaus wurde 2025 das 130-jährige Jubiläum des Museums gefeiert, was die Relevanz und Beständigkeit dieses kulturellen Erbes unterstreicht. Die Vermittlung von Geschichte und Gegenwart der jüdischen Gemeinschaft bleibt ein zentrales Anliegen des Jüdischen Museums Wien.