Die Tierschutzombudsstelle Wien behandelt jährlich rund 1.500 Fälle von Tierleid, die sowohl Anfragen als auch Meldungen zu Missständen, Genehmigungen für Veranstaltungen mit Tieren und Übertretungen des Tierschutzgesetzes umfassen. Eva Persy, die Tierschutzombudsfrau, hebt die Bedeutung von Empathie und Zivilcourage hervor, um das Tierleid zu verringern. Im Jahr 2025 wurden einige besonders bewegende Fälle dokumentiert, darunter ein gravierendes Beispiel für Animal Hoarding.
In Wien wurden 18 verwahrloste Hunde aus einer Wohnung entfernt. Eine Hündin musste aufgrund einer alten Verletzung amputiert werden. Animal Hoarding, das als psychische Erkrankung angesehen wird, beschreibt das pathologische Sammeln und Horten von Tieren in großer Anzahl, was zu unzureichender Versorgung und Pflege führt. Auch in Deutschland zeigt sich ein besorgniserregender Anstieg dieser Fälle. 2023 meldete der Deutsche Tierschutzbund 6.691 Tiere aus 115 Fällen, was die höchste Zahl an berichteten Fällen darstellt. Auffällig ist die stärkere Fokussierung auf Hunde, Katzen und kleine Heimtiere, wobei in fast der Hälfte der Fälle kranke Tiere dokumentiert wurden.
Schockierende Missstände in der Tierhaltung
Ein weiterer Fall, der die Aufmerksamkeit erregte, betrifft eine Katze, die aus dem 4. Stock eines Gebäudes stürzte und schwer verletzt geborgen wurde. Leider führten die Verletzungen zur Euthanasie der Katze. Solche Vorfälle verdeutlichen, dass Stürze aus Fenstern eine häufige Ursache für Verletzungen bei Wohnungskatzen sind. Auch bei Hunden gab es einen Fall, der die Tierschutzombudsstelle beschäftigte. Seit dem 1. Jänner 2025 ist die Verwendung von Maulschlaufen, die das Hecheln verhindern, gesetzlich verboten. Ein Hundehalter wurde zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt.
Besonders erschreckend ist ein Fall, in dem Karpfen beim Verkauf grob misshandelt wurden. Ihnen wurden die Augen eingedrückt, und der Täter konnte identifiziert und zur Verantwortung gezogen werden. Diese Vorgehensweise wirft Fragen über die Anerkennung von Fischen als fühlende Lebewesen auf, da sie ebenfalls unter das Tierschutzgesetz fallen.
Tierschutz bei Hochzeitstauben
Ein weiteres Beispiel für tierische Not ist die steigende Anzahl erschöpfter Hochzeitstauben, die nach ihren Freilassungen behandelt werden müssen. Eva Persy appelliert an Hochzeitspaare, auf das Freilassen der Tauben zu verzichten, um Tierleid zu vermeiden. Diese Perspektive verstärkt die Notwendigkeit von präventiven Maßnahmen und einer umfassenden Aufklärung über Tierhaltung und -schutz.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert umfassendere Maßnahmen zur Bekämpfung von Animal Hoarding, darunter eine Heimtierschutzverordnung und einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Tierhalter. Diese Maßnahmen sollen helfen, das Leiden von Tieren in solchen Lebenssituationen zu verringern und das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Herausforderungen im Tierschutz nicht nur lokal, sondern auch überregional und über Landesgrenzen hinweg bestehen. Die Dunkelziffer an Animal Hoarding-Fällen ist hoch und die Vielzahl der Tierleidenden erfordert eine gemeinschaftliche Anstrengung zur Verbesserung ihrer Lebensumstände.
Für weitere Details zu den Tierschutzfällen in Wien verweisen wir auf den Artikel von Wien.gv. Informationen zur Animal Hoarding-Lage in Deutschland finden Sie bei Vetline, während weitere Statistiken und Entwicklungen zur Situation von Animal Hoarding von Deutscher Tierschutzverlag bereitgestellt werden.