Am Freitag, dem 17. Jänner 2026, ereignete sich in einer Schießanlage im Norden Wiens ein bedauerlicher Arbeitsunfall. Ein 37-jähriger Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens verletzte sich während einer Schießausbildung, als er beim Holstern seiner legal besessenen Faustfeuerwaffe einen unbeabsichtigten Schuss abgab. Dieser Vorfall fand gegen 11:40 Uhr statt und führte dazu, dass der Mitarbeiter sich eine Schussverletzung am Oberschenkel zuzog. Erste Hilfe wurde umgehend von einem außer Dienst befindlichen WEGA-Beamten mit sanitätsdienstlicher Ausbildung geleistet, sodass der Verletzte ansprechbar war, als die Polizei eintraf. Die Wiener Berufsrettung übernahm anschließend die medizinische Versorgung und brachte den Verletzten in den Schockraum eines Krankenhauses.

Die Sicherheitsbehörden und das Arbeitsinspektorat wurden über den Vorfall informiert, und weitere Ermittlungen zur Klärung des Unfallhergangs sind bereits im Gange. Zudem wurde das beschädigte Mobiltelefon des verletzten Mitarbeiters sichergestellt. Trotz des Unfalls scheint die Waffe ordnungsgemäß verwahrt gewesen zu sein, was auf die Wichtigkeit einer professionellen Herangehensweise an Schießübungen hinweist.

Ausbildung und Sicherheitsvorkehrungen im Sicherheitsgewerbe

Die Ausbildung von Sicherheitsmitarbeitern umfasst wichtige Aspekte der Waffensachkunde, die gemäß den Anforderungen des § 34a GewO und § 7 WaffG notwendig sind. Diese gesetzlichen Vorgaben verlangen, dass Sicherheitskräfte eine Sachkundeprüfung ablegen, um im Umgang mit Schusswaffen qualifiziert zu sein. Inhalte der Waffensachkundeprüfung beinhalten unter anderem Bereiche wie Sicherheitsvorschriften, Waffenrecht sowie Notwehr und Notstand. Die Prüfung ist sowohl für Klein- als auch für Großkaliberwaffen vorsehen, wobei die Teilnahme an der Prüfung für Kleinkaliber-Waffen bereits ab 14 Jahren und für Großkaliber-Waffen ab 18 Jahren möglich ist. Die Prüfungsinhalte müssen von den Teilnehmern sorgfältig erlernt werden, um die strengen Anforderungen zu erfüllen.

Die Vorbereitung auf die Prüfung ist entscheidend, da die Teilnehmer sowohl schriftliche als auch praktische Prüfungsbestandteile bestehen müssen, um ihre Sachkunde nachweisen zu können. Die schriftliche Prüfung für Sicherheitsmitarbeiter umfasst 95 Fragen, die innerhalb von 120 Minuten beantwortet werden müssen, wobei mindestens 85 % richtig beantwortet werden müssen, um zur mündlich-praktischen Prüfung zugelassen zu werden.

Berufliche Perspektiven im Sicherheitssektor

Die Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft eröffnet zahlreiche berufliche Möglichkeiten. Arbeitgeber im Sicherheitsgewerbe verlangen von ihren Mitarbeitern nicht nur Kenntnisse über den Umgang mit Waffen, sondern auch über die rechtlichen Grundlagen und den Umgang mit Menschen sowie Konfliktsituationen. Nach erfolgreicher Absolvierung der entsprechenden Prüfungen stehen den Absolventen Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen des Sicherheitsgewerbes offen, darunter Objekt- und Werkschutz, Veranstaltungsschutz sowie Personenschutz.

Um den Anforderungen des Berufs gerecht zu werden, ist die kontinuierliche Weiterbildung und Auffrischung der Kenntnisse unerlässlich. Dies umfasst nicht nur die Aktualisierung der rechtlichen Bestimmungen, sondern auch das regelmäßige Training im Umgang mit Schusswaffen, um sicherere Einsätze zu gewährleisten und Unfälle wie den in Wien zu minimieren.

Insgesamt zeigt der Vorfall die drängende Notwendigkeit, Sicherheitskräfte umfassend auszubilden und auf die Herausforderungen im Arbeitsalltag vorzubereiten, um Risiken für die Mitarbeiter selbst sowie für die Öffentlichkeit zu verringern.