Am 5. Februar 2026 hat das Marktamt Wien ein Verbot des Inverkehrbringens von bestimmten Kindernahrungsmitteln ausgesprochen. Grund sind positive Tests auf Bacillus cereus-Toxin in mehreren Produkten, die zu einem umfassenden Rückruf von betroffenen Waren geführt haben. Diese Produkte dürfen bis auf Weiteres nicht verkauft oder verteilt werden. Die Hersteller sind verpflichtet, einen Nachweis der Unbedenklichkeit zu erbringen, bevor die Produkte erneut freigegeben werden. Verbraucher werden dringend angehalten, betroffene Produkte nicht weiter zu verwenden, informiert das Marktamt.
Zusätzlich sind Rückrufaktionen auch in Deutschland, der Schweiz und Frankreich im Gange. Besonders besorgniserregend ist die Entdeckung des Toxins Cereulid, das von Bacillus cereus-Bakterien gebildet wird. Diese Bakterien können unter bestimmten Bedingungen, wie feuchtigkeitsreichen Umgebungen, vermehren und stabile Überdauerungsformen bilden. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können die Sporen des Bakteriums in vielen Lebensmitteln vorhanden sein, allerdings sind sie normalerweise unproblematisch.
Gesundheitliche Risiken und Symptome
Cereulid ist ein hitzestabiles Toxin, das Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen verursachen kann. Die Symptome treten häufig zwischen 30 Minuten und 6 Stunden nach der Nahrungsaufnahme auf. Besonders gefährlich ist der Verzehr für Säuglinge, deren empfindlicher Stoffwechsel sie anfälliger für diese Art von Vergiftung macht. Bei schwereren Fällen sind Organschäden, insbesondere an Leber und Nieren, möglich. In der Vergangenheit wurden sogar tödliche Erkrankungen durch Cereulid dokumentiert.
In jüngster Zeit haben die Firmen Danone und Lactalis mehrere Chargen von Babynahrung zurückgerufen, nachdem der Verdacht auf Verunreinigung durch eine in China produzierte Substanz namens Arachidonsäure aufgekommen ist. Diese Substanz ist wichtig für die Gehirnentwicklung von Säuglingen. Arachidonsäure wird häufig von der Firma Cabio Biotech in Wuhan produziert, die als einer der größten Hersteller weltweit bekannt ist.
Betroffene Produkte
- Aptamil Pronutra Pre, 1,2kg: MHD 19-11-2026
- Aptamil Pronutra 1 DE, 800g: MHD 10-11-2026
- Aptamil Profutura Pre D, 800g: MHD 20-04-2027
Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt, regelmäßig die Webseite lebensmittelwarnung.de zu überprüfen, um über mögliche Gesundheitsrisiken informiert zu sein. Für Säuglingsnahrung hat die EU-Lebensmittelbehörde EFSA neue Richtwerte für Cereulid vorgeschlagen, die die Gesundheitsbehörden in den einzelnen Ländern anpassen sollten.
In Reaktion auf die entdeckten Risiken haben Eltern in Frankreich bereits rechtliche Schritte eingeleitet, da sie eine zu späte Reaktion der beteiligten Unternehmen und Behörden kritisieren. Nestlé kündigte an, nach der Entdeckung von Cereulid gegen Ende November schnell zu handeln und ab dem 10. Dezember Rückrufe zu starten.
Für weitere Informationen können Verbraucher das Marktamts-Telefon unter 4000 – 8090 kontaktieren, das Montag bis Freitag von 7:30 bis 21 Uhr sowie Samstag von 8 bis 18 Uhr und Sonntag von 9 bis 15 Uhr erreichbar ist.
Wie das Marktamt Wien berichtet, bleibt abzuwarten, wie die Hersteller auf diese Rückrufe reagieren und welche Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit umgesetzt werden.
Für detaillierte Informationen besuchen Sie bitte die folgenden Seiten: Marktamt Wien, BfR, BR.