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Der Rechnungshof hat die Medienarbeit der Stadt Wien für den Zeitraum von 2019 bis 2022 unter die Lupe genommen und erhebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten festgestellt. Insgesamt gab der Presse- und Informationsdienst (PID) der Stadt Wien stolze 143 Millionen Euro für Medienaktivitäten aus, wobei fast 85 Millionen allein in Medienkampagnen und -schaltungen flossen. Insbesondere der hohe Anteil an Ausgaben für Boulevardmedien wie "Heute", "Kronen Zeitung" und "Österreich" sorgte für Kritik. Der Rechnungshof stellte fest, dass die Stadt Wien in diesen Bereichen nicht die notwendige Transparenz bietet, und empfahl dringend, die interne Organisation zu optimieren. „Ein Transparenz- und Steuerungsdefizit“ sei offenkundig, was die Struktur und Dokumentation der Medienschaltungen angeht, so der Rechnungshof, wie vienna.at berichtet.
Empfehlungen für mehr Transparenz und Effizienz
Die Prüfer forderten zudem eine verbesserte Dokumentation der Ausgaben. Es fehlt an einer klaren Übersicht über die finanziellen Aufwendungen, da die Medienarbeit der Stadt dezentral organisiert ist und verschiedene Dienststellen involviert sind. Vor allem bei großen Kampagnen, wie der Bewerbung der Freizeitangebote in Wien oder der Bio-Eigenmarke „Wiener Gusto“, wurde die Kosten-Nutzen-Analyse als unzureichend erachtet. Die mangelnde Nachvollziehbarkeit dieser Kampagnen stellte einen großen Kritikpunkt dar. So kostet die „Sommer in Wien“-Kampagne 2019 allein 2,35 Millionen Euro, ohne dass eine klare Gewinnprognose dokumentiert wurde, so profil.at.
Der Rechnungshof empfahl der Stadt, ihre Medienarbeit verstärkt durch Eigenmedien wie "Mein Wien" zu kommunizieren, um Kosten zu sparen. Ein weiterer Vorschlag war das Einholen von Vergleichsangeboten, um sicherzustellen, dass Geld für die Schaltungen effizient und transparent ausgegeben wird. Damit will die Stadt Wien nicht nur Budgetmittel besser nutzen, sondern auch das Vertrauen der Bürger stärken, indem mehr Informationen über die Medienarbeit offen zugänglich gemacht werden. Der Hinweis des Rechnungshofs auf die zentrale Rolle der Medien in einer Demokratie und die notwendige Qualifizierung der Berichterstattung zeigt, wie wichtig verantwortungsvolle Kommunikation für das öffentliche Bild der Stadt ist.
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