Die Zukunft von Ralf Rangnick als Teamchef des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) steht derzeit im Mittelpunkt intensiver Diskussionen. Bei der letzten Aufsichtsratssitzung in Wien nahm das Thema eine zentrale Rolle ein, nachdem Aufsichtsratschef Josef Pröll es spontan ansprach. Rangnick hatte zuvor bereits selbst das Thema einer möglichen Vertragsverlängerung zur Sprache gebracht, was den Austausch unter den Verantwortlichen anregte.

Eine Vertragsverlängerung könnte auch eine Gehaltserhöhung für Rangnick zur Folge haben. Allerdings sind die Meinungen im Aufsichtsrat über die Höhe einer möglichen Gehaltserhöhung geteilt. Wie laola1 berichtet, äußern mehrere Landesverbands-Chefs und Vertreter der Bundesliga Bedenken gegenüber einer signifikanten Gehaltserhöhung. Einige Mitglieder plädieren stattdessen für ein leistungsabhängiges Vertragsmodell.

Ausstehende Gespräche und Beschlüsse

In den kommenden Wochen sind weitere Gespräche zwischen Josef Pröll und Ralf Rangnick zu erwarten. Für die Genehmigung eines neuen Vertrages ist im Aufsichtsrat eine einfache Mehrheit erforderlich. Diese verfahrenstechnischen Aspekte tragen zur Unsicherheit über Rangnicks langfristige Perspektive bei, trotz seiner bisherigen Erfolge und dem Vertrauen einiger Funktionäre in seine Arbeit.

Im Kontext von Trainergehältern in Europa ist es interessant, einen Blick auf die Gehaltsstruktur in Deutschland zu werfen. Laut wetten.com variieren die Trainergehälter dort erheblich zwischen den verschiedenen Ligen. In der 1. Bundesliga werden monatliche Gehälter zwischen 35.000 Euro und 750.000 Euro gezahlt, mit Spitzenverdienern wie Vincent Kompany, der mit 9 Millionen Euro jährlich das höchste Gehalt bezieht. In der 2. Bundesliga liegt das Gehalt von Miroslav Klose bei 2,1 Millionen Euro jährlich, was ihn zum bestbezahlten Trainer der Liga macht.

Dieses Gehaltsgefälle könnte auch die Überlegungen des ÖFB beeinflussen, insbesondere wenn eine Gehaltserhöhung für Rangnick zur Debatte steht. Die Bedenken hinsichtlich einer signifikanten Erhöhung könnten die Verhandlungen zusätzlich erschweren. Der Druck auf die Verantwortlichen wird somit größer, eine ausgewogene Entscheidung zu treffen, die sowohl sportliche als auch finanzielle Aspekte berücksichtigt.

Insgesamt zeigt sich, dass die Diskussion um Ralf Rangnicks Vertrag nicht nur eine Frage des individuellen Gehalts ist, sondern auch die Struktur und Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Fußballs betreffen könnte, wenn man die Gehälter anderer Trainer in Europa heranzieht. Die Folgen dieser Debatte werden sich möglicherweise in naher Zukunft auf die Entscheidungen des ÖFB auswirken.

Für vertiefende Informationen über Rangnicks Vertragslage und die finanziellen Aspekte im österreichischen Fußball, lesen Sie auch bei Krone.