Am 5. September 2025 tagte der Gemeinderatsausschuss für Petitionen im Wiener Rathaus in einer öffentlichen Sitzung. Dabei standen zwei Petitionen auf der Tagesordnung, die im Stadtteil St. Marx von großer Bedeutung sind.
Die erste Petition mit dem Titel „St. Marx gemeinsam gestalten“ fordert eine aktive Bürger*innenbeteiligung bei der Gestaltung des Stadtteils. Die Einbringer*innen setzen sich dafür ein, lokale Akteur*innen und Nachbar*innen bereits in der Konzeptphase und Planung einzubinden. Argumente, dass die Fläche nicht in öffentlicher Hand sei, werden als vorgeschoben angesehen. Der Erhalt von nicht-kommerziellen Nutzungen im öffentlichen Raum durch Flächenwidmung wird ebenso gefordert. Zudem wurde betont, dass in den letzten 15 Jahren nur wenige Freiflächen in St. Marx erhalten geblieben sind.
Ein zentrales Anliegen ist der Schutz der gegenwärtigen Grün- und Freifläche, die zur Erholung und für kleinere Veranstaltungen genutzt werden soll. Bedenken über die geplante Eventhalle und deren potenziellen negativen Einfluss auf die Lebensqualität und kulturelle Vielfalt des Stadtteils wurden geäußert. Zusätzlich wird um Förderungen für lokale Kulturinitiativen gebeten.
Autofreier Schulvorplatz und neue Entwicklungen
Die zweite Petition in der Sitzung, eingereicht von Elisabeth Stürmer, zielt auf die Umwandlung des Vorplatzes der Schule in der Kolonitzgasse 15 in einen autofreien Bereich. Stürmer begründet dies mit der kritischen Abholsituation, die sich vor der Schule abspielt. Der schmale Gehsteig und über 200 Schülerinnen und Schüler führen während der Abholzeit zu gefährlichen Situationen.
Interessant ist die Verbindung zur Petition „St. Marx gemeinsam gestalten“, die aufgrund neuer Entwicklungen und Eigentumsverhältnisse der Wien Holding neu behandelt wird. Der ursprüngliche Antrag „Nein zur Halle! – St. Marx für Alle“ wurde zuvor abgelehnt, nachdem die Stadt Wien am 19. Juni alle Anteile der Wien Holding für 726,73 Euro erworben hatte. Die neue Petition hat mittlerweile etwa 1.300 Unterschriften gesammelt. Eine Protestaktion rund um das Rathaus ist in Planung, die auf die Bedenken hinsichtlich der geplanten Wien Holding Arena aufmerksam machen soll.
Ein Gespräch über Bürgerbeteiligung
Die Bedeutung von Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung wird von der Stadt Wien stark betont. Der „Masterplan Partizipative Stadtentwicklung“ regelt seit 2017 die Mitwirkung der Bürger*innen an Planungsprozessen. Ziel ist es, das Verständnis für Planungsentscheidungen zu verbessern und unterschiedliche Interessen bestmöglich abzuwägen. Diese Prinzipien bilden die Grundlage für eine transparente, nachvollziehbare und verständliche Stadtplanung.
Die aktuellen Entwicklungen der Petitionen im Petitionsausschuss unterstreichen die Relevanz frühzeitiger Bürger*innenbeteiligung. Die Stadt Wien möchte damit ermöglichen, dass die Anregungen der Bürger*innen in kommunale Projekte einfließen, um so die bestmöglichen Lösungen für alle Beteiligten zu finden.
Anmeldungen für die nächste Sitzung des Petitionsausschusses sind für den 10. November 2025 geplant, Interessierte sind eingeladen, ihre Anliegen vorzutragen.
wien.gv.at berichtet, dass …
meinbezirk.at informiert über die Petitionen …
wien.gv.at erklärt Bürgerbeteiligung …