OMV-Ermittlungen zu Sudan: Gewaltspirale trotz Menschenrechtsvorwürfen!

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Ermittlungen gegen OMV zu Kriegsverbrechen im Sudan eingestellt. Zivilisten und Menschenrechtsverletzungen im Fokus.

Ermittlungen gegen OMV zu Kriegsverbrechen im Sudan eingestellt. Zivilisten und Menschenrechtsverletzungen im Fokus.
Ermittlungen gegen OMV zu Kriegsverbrechen im Sudan eingestellt. Zivilisten und Menschenrechtsverletzungen im Fokus.

OMV-Ermittlungen zu Sudan: Gewaltspirale trotz Menschenrechtsvorwürfen!

Die Ermittlungen gegen die OMV bezüglich ihrer mutmaßlichen Beteiligung an Kriegsverbrechen im Sudan wurden eingestellt. Dies wurde im Juli 2025 von der Staatsanwaltschaft Wien bekannt gegeben, nachdem die Überprüfung der Strafanzeige, die 2022 von der Menschenrechtsorganisation CEHRI in Zusammenarbeit mit der NGO Pax eingereicht wurde, über ein Jahr in Anspruch nahm. Der Vorwurf umfasst die systematische Tötung von Zivilisten und die Zerstörung lebensnotwendiger Güter zwischen 1998 und 2003, als die OMV Teil eines Öl-Konsortiums war, das im Süden des Sudan tätig war. Der Beginn der Ölförderung fiel in eine Zeit intensiver Gewalt und Bürgerkriege im Sudan.

Die OMV war von 1997 bis 2004 an dem Konsortium beteiligt, welches auf der Suche nach Öl im sudanesischen Bürgerkriegsgebiet war. Letztlich verkaufte sie ihre Anteile an dem Projekt im Jahr 2003. Trotz der schweren Menschenrechtsverletzungen, die während dieser Zeit stattfanden, setzen mehrere internationale Ölkonzerne ihre Tätigkeit fort. Mit einem Anteil von über 25 % an dem Konsortium war OMV in entscheidende Prozesse involviert und hatte, laut den Vorwürfen, problematische Entscheidungen mitgetragen und keine Veto-Rechte eingelegt. Dies wird von der Staatsanwaltschaft Wien als „berufstypisches Verhalten“ eingeordnet, ohne dass ein direkter Zusammenhang zwischen den Entscheidungen und den Kriegsverbrechen hergestellt werden konnte.

Fortführungsantrag der Opfer

Trotz der Einstellung der Ermittlungen ist der Fall noch nicht abgeschlossen. 16 Beschuldigte verbleiben in der Schusslinie des rechtlichen Verfahrens. Die Opfer aus dem Sudan haben zusammen mit CEHRI und Pax einen Antrag auf Fortführung des Verfahrens gestellt. Über diesen Antrag muss nun das Landesgericht für Strafsachen entscheiden. Der Fortführungsantrag betont, dass vor Beginn der Erdölsuche im Sudan kein Bürgerkrieg herrschte und dass persönliche Verantwortlichkeit für Völkerverbrechen nicht durch Unternehmenspolitik gerechtfertigt werden kann.

Die Aussagen der Menschenrechtsorganisationen untermauern die Schwere der Vorwürfe. Laut CEHRI und Pax sollen beim Rückzug der OMV infolge der Gewalteskalation 12.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Darüber hinaus wurden viele Zivilisten verletzt, vertrieben oder sogar versklavt, während das sudanesische Militär Kindersoldaten einsetzte, was auch den Ölkonzernen bekannt war.

Kontext der Gewalt im Sudan

Die aktuelle Situation im Sudan ist weiterhin von Gewalt geprägt. Amnesty International berichtet von systematischen Angriffen auf die Zivilbevölkerung, denen die RSF-Miliz (Rapid Support Forces) beschuldigt wird, unter anderem Hinrichtungen unbewaffneter Männer und Vergewaltigungen. Diese Vorfälle haben in den letzten Monaten in und um Al-Faschir, nach der Einnahme der Stadt Ende Oktober 2023, zugenommen. Amnesty hat Berichte über Massaker und andere schwere Verbrechen gesammelt, die die dringende Notwendigkeit internationaler Intervention unterstreichen.

Seit April 2023 kämpfen die Armee unter General Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz um die Kontrolle des Landes. Die internationale Gemeinschaft und Organisationen wie UNICEF beklagen das Ausmaß der Gewalt und warnen vor einem möglichen Genozid im Sudan. Währenddessen rief die RSF-Miliz zuletzt einseitig eine dreimonatige Waffenruhe aus, die jedoch von der Armee abgelehnt wurde. Ein Ende der Gewalt bleibt also auch weiterhin in weiter Ferne.

Insgesamt zeigt der Fall OMV die komplexen Verstrickungen zwischen Wirtschaftsinteressen und Menschenrechtsverletzungen auf und wirft Fragen auf zur Verantwortung multinationaler Unternehmen in Konfliktgebieten.

Für weitere Informationen zu den Vorwürfen und der aktuellen Lage im Sudan können die Artikel auf Kleine Zeitung, Profil und Zeit nachgelesen werden.