Heute, am 20. Jänner 2026, findet im Wien Museum am Karlsplatz ein besonderes Event statt: Andy McCluskey, der Kopf der renommierten Band Orchestral Manoeuvres in the Dark (OMD), spricht über ihre Single „Isotype“. Die Band, die für große Hits wie „Maid of Orleans“, „Genetic Engineering“ und „Sailing on the Seven Seas“ bekannt ist, beleuchtet die Hintergründe zu diesem Stück in einem Gespräch mit Musikjournalist und Musiker Robert Rotifer.
„Isotype“, das 1997 veröffentlicht wurde, ist eine Hommage an die Wiener Methode der Bildstatistik, welche von Otto Neurath entwickelt wurde. McCluskey wird darstellen, wie die ursprüngliche Idee hinter „Isotype“ als kurze Geschichte mit gesprochenem Text begann, bevor die Melodie von Paul Humphreys hinzukam. Dieser Abend verspricht, einen faszinierenden Einblick in die Verbindung zwischen Musik und visuellem Denken zu bieten.
Die Philosophie hinter ISOTYPE
Die Verbindung zu Otto Neurath und seiner Arbeit ist zentral für das Verständnis von „Isotype“. Neurath, bekannt für seine innovativen Methoden der visuellen Bildung, entwickelte ein System für die grafische Darstellung von Informationen. Sein Konzept der ISOTYPE (International System Of TYpographic Picture Education) zielt darauf ab, komplexe Ideen durch minimalistische und funktionale Symbole zu kommunizieren, die leicht verständlich sind. Diese Symbole sind so gestaltet, dass sie universell einsetzbar, von Farben unabhängig und kombinierbar sind.
Neurath, der die Wiener Methode der Bildstatistik geprägt hat, verstand die Notwendigkeit, Informationen visuell darzustellen, um diese für das Publikum zugänglicher zu machen. In den 1920er Jahren arbeitete er mit Künstlern wie Gerd Arntz zusammen, um eine klare visuelle Sprache zu entwickeln. Diese Entwicklung setzte sich über Jahrzehnte fort und fand internationale Anerkennung, sogar in Ländern wie der Sowjetunion und Mexiko.
Marie Neurath: Die Gestalterin von Kinderbüchern
Ein weiterer bedeutender Beitrag zur Diskussion über „Isotype“ ist die Arbeit von Marie Neurath, der Frau von Otto Neurath. Sie war eine Designerin von Kinderbüchern, die sich auf Klarheit und das Verständnis von jungen Lesern konzentrierte. Ihre Herangehensweise war geprägt von der Idee, dass verschiedene Objekte trotz ähnlicher Außenformen sehr unterschiedliche Funktionalitäten haben können. Dies zeigt sich in ihrem Buch „If you could see inside“, das die Neugier und das Interesse von Kindern anregen sollte.
Marie Neurath entwickelte ihre Konzepte, um Informationen kinderfreundlich aufzubereiten. In einer Doppelseite beschreibt sie ein Haus als „magisches Messer“, das sich eignet, um einen Querschnitt durch die verschiedenen Räume und deren Funktionen darzustellen. Ihre Arbeit verdeutlicht die enge Verbindung zwischen Sprache und Design, die auch in der Musik von OMD auf eine gewisse Weise widerhallt.
Der Vortrag von Andy McCluskey und der Austausch über „Isotype“ ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit der Musik, sondern auch ein Spiegelbild der Herausforderungen und Errungenschaften in der visuellen Kommunikation. Es ist eine Gelegenheit, die Verknüpfung zwischen Neuraths bildlicher Sprache und der künstlerischen Ausdrucksform von OMD zu würdigen und die Faszination, die Wien für diese Künstler hat, besser zu verstehen.
Insgesamt wird dieser Abend im Wien Museum sicherlich ein unvergessliches Ereignis für Musik- und Kunstliebhaber. Die Reflexion über die Tiefe der Musik und die Prinzipien der visuellen Kommunikation ermutigen dazu, neue Perspektiven in der Art und Weise zu entwickeln, wie wir diese beiden kreativen Disziplinen betrachten.