Der Hydrographische Dienst Tirol hat mit der Errichtung einer neuen Messstation an der Glanzer Brücke in Oberlienz einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Überwachung des Wasserkreislaufs im Bundesland Tirol vollzogen. Wie dolomitenstadt.at berichtet, wurden die Arbeiten im Rahmen eines Hochwasserschutzprojektes durchgeführt und fokussieren sich auf die Erfassung von Wasserstand, Wassertemperatur und Geschiebetransport.
Die Messstation in Oberlienz ist nur eine von über 900 Stationen, die seit über 130 Jahren täglich Daten zu Wasserstand, Niederschlag, Schneemengen und Quellschüttungen liefern. In Tirol unterstützen zudem 140 freiwillige Beobachter:innen die Datenerhebung. Diese Informationen sind entscheidend für Hochwasserprognosen, den Hochwasserschutz sowie für die Umweltplanung und wasserwirtschaftliche Entscheidungen, wie tirol.gv.at hervorhebt.
Wichtigkeit der Daten
Die gesammelten Daten dienen nicht nur dem Schutz von Infrastruktur und Natur, sondern sind auch unerlässlich für die Sicherstellung der Menschenleben in gefährdeten Gebieten. Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler betont die Relevanz der Messungen für die Dokumentation von Klimaänderungen und die Reaktion von Gewässern auf Wetter- und Klimaeinflüsse. Langjährige Datenreihen ermöglichen ein besseres Verständnis dieser Entwicklungen.
Zusätzlich zur neuen Messstation in Oberlienz wurden im Jahr 2025 mehrere Projekte zur Verbesserung der Wasserkreislauf-Dokumentation umgesetzt. Dazu zählt die Modernisierung der Niederschlagsmessstation auf der Kastenalm und der Austausch des alten Holzgerinnes an der Schwarzlackenquelle durch ein modulares System. Auch an der Pegelstation Hinterbichl wurde eine Sanierung durchgeführt, um die Fischdurchlässigkeit zu erhöhen und die langjährigen Messreihen des Abflusses fortzuführen.
Forschungskooperation und technische Fortschritte
In Oberlienz wurde zudem in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur in Wien eine Geschiebefalle errichtet. Diese ist Teil des Geschiebemesssystems an der Isel und hilft bei der Analyse des Geschiebehaushalts alpiner Flüsse. Die erfassten Werte sind entscheidend für zukünftige wasserwirtschaftliche Planungen, um einen nachhaltigen Umgang mit den Wasserressourcen zu gewährleisten.
Alle erhobenen Daten sind der Bevölkerung kostenlos zugänglich, unter anderem über die Anwendung „Hydro Online“ und die Webanwendung des Bundes, was die Transparenz und die Nutzung der Informationen weiter fördert. Die Maßnahmen und Ergebnisse dieses Engagements zeigen deutlich, dass Tirols Wasserkreislauf nicht nur im Fokus der Wissenschaft steht, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Weitere Informationen finden sich bei tirol.orf.at.