Bernhard „Bernie“ Forcher, ein österreichischer Schauspieler und Autor, hat seit seinem Umzug nach Kalifornien im Jahr 2006 eine beeindruckende Karriere in der Filmindustrie gemacht. Ursprünglich aus Lienz, Österreich, studierte Forcher im Musicaltheater in Wien und trat in großen Musicals in Deutschland auf, darunter „Mamma Mia“ und „Aida“. Mit 28 Jahren zog er nach New York und später nach Los Angeles, wo er sich durch seine Rollen in Filmen wie „Freedom“ sowie in Serien wie „Counterpart“ und „The Man in the High Castle“ einen Namen machte. In einem Gespräch mit dolomitenstadt.at äußerte Forcher seine Gedanken zu den aktuellen Herausforderungen und Veränderungen im Filmgeschäft.
Forchers Perspektive auf die Branche ist geprägt von politischen, technischen und kreativen Veränderungen. Seit einigen Jahren arbeitet er als Autor für die „Dubbing-Adaptations“ von koreanischen Filmen und Serien. Dabei erstellt er wörtliche Übersetzungen, die speziell auf die Lippenbewegungen der Schauspieler abgestimmt sind. Diese Arbeit hat sich als lukratives Geschäft etabliert, dennoch er gibt zu, dass er Bedenken bezüglich der Zukunft seiner Branche hat, insbesondere durch die Möglichkeiten, die Künstliche Intelligenz (KI) bietet. „Ich hoffe, dass menschliche Emotionen nicht von KI kopiert werden können“, sagte Forcher und sprach damit ein zentrales Thema an.
Die Bedrohung durch Künstliche Intelligenz
Die Sorgen über den Einfluss von KI sind in der Filmindustrie weit verbreitet. Vor einem Jahr protestierten Filmschaffende in den USA gegen die Bedrohung durch Künstliche Intelligenz. Ein Beispiel hierfür ist der Indie-Film „Civil War“, in dem Kirsten Dunst die Rolle einer Kriegsfotografin spielt. Während der Film selbst nicht mit KI produziert wurde, wurden einige Filmposter mit KI-Software erstellt. Kritiker wie Sam Tung weisen darauf hin, dass KI-generierte Bilder manchmal zwar ansprechend wirken, aber oft merkwürdige Details aufweisen, die bei genauerem Hinsehen auffallen.
AI-Videogeneratoren wie Sora von OpenAI sind in der Lage, realistische Videos zu erstellen, zeigen jedoch häufig auffällige Mängel. Dies führt zu Bedenken über einen möglichen Stellenabbau in der Filmbranche, insbesondere für Storyboard- und Konzept-Künstler. Eine Studie der Animations-Gewerkschaft prognostiziert, dass in den nächsten drei Jahren fast 204.000 Stellen wegfallen könnten. In diesem Zusammenhang haben Drehbuchautoren und Schauspieler Maßnahmen ergriffen, um ihre Rechte zu schützen. Neue Regeln in Tarifverträgen sehen vor, dass Schauspieler zustimmen müssen, wenn ihr Gesicht und Körper für digitale Kopien gescannt werden.
Rechtliche Auseinandersetzungen und ethische Fragen
Die Problematik von KI in der Filmindustrie bezieht sich nicht nur auf zukünftige Beschäftigung, sondern auch auf ethische Bedenken. So erfordert die Nutzung digitaler Kopien verstorbener Darsteller die Zustimmung der Angehörigen oder der Gewerkschaft. Schauspieler Paul Skye Lehrman und Linnea Sage klagen gegen die KI-Firma Lovo, die ohne Erlaubnis ihre Stimmen klonierte. Auch Scarlett Johansson hat rechtliche Schritte gegen OpenAI eingeleitet, da sie eine KI-Stimme verwendet haben, die ihrer ähnlich ist. Diese Entwicklungen werfen ein Licht auf die weitreichenden Auswirkungen von KI auf die Branche, die sich möglicherweise auch auf weniger bekannte Persönlichkeiten ausweiten.
Forchers Rückkehr in seine Heimat lässt ihn auch über die soziale, wirtschaftliche und politische Situation in Los Angeles nachdenken. Er spricht von der Armut, die in der Stadt allgegenwärtig ist, und der Notwendigkeit, die menschliche Dimension des Kinos zu bewahren, während sich die Technologie rasant weiterentwickelt. Der Dialog über die Zukunft der Filmindustrie und die Rolle von Künstlicher Intelligenz wird auch in den kommenden Jahren weitergehen und bleibt von großer Bedeutung für die Kreativen der Branche.