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Ein deutliches Zeichen setzt die Wiener Bildungslandschaft: Christoph Wiederkehr, Bildungsstadtrat der Neos, fordert ein striktes Handyverbot an Volksschulen. In einem Interview mit dem Ö1-Morgenjournal äußerte er sich vehement über die negativen Auswirkungen von Handys, die nicht nur den Unterricht stören, sondern auch die soziale Interaktion der Kinder beeinträchtigen. Wiederkehr erklärte: „Handys sind ein echter Konzentrationskiller.“ Er ist optimistisch, dass bis zur bevorstehenden Wahl konkrete Schritte eingeleitet werden können, um eine bundesweite Regelung zu schaffen, die die Nutzung von Handys in Schulen klarer regelt, wie wien.orf.at berichtete.
In Kärnten ist diese Regelung bereits Realität: Seit kurzem gilt dort ein Handyverbot an Volksschulen, das Schulen dazu auffordert, entsprechende Maßnahmen in ihren Hausordnungen zu verankern. Auch in der Steiermark wird aktuell an einem ähnlichen Erlass gearbeitet. Während der Großteil der österreichischen Schulen bislang die Entscheidung zur Handynutzung selbstständig trifft, wird der Ruf nach einheitlichen Regeln immer lauter. Wiederkehr sieht im Rahmen seiner Aktion die Notwendigkeit, ein Expertenkomitee zu gründen, welches spezifische Maßnahmen und ein mögliches Verbot erarbeiten soll. Der Bildungsstadtrat betont die zentrale Bedeutung des Kindes- und Jugendwohls: „Es ist mir ein großes Anliegen, zuzuhören, um gemeinsam Lösungen zu bieten,“ so Wiederkehr in Bezug auf das geplante Vorgehen. Dies bestätigt auch meinbezirk.at, das die Diskussion um ein strengeres Regelwerk in Wien beleuchtet.
Aktuell entscheiden Schulen eigenständig über Handyverwendungen im Unterricht, doch viele Lehrer haben bereits signalisiert, dass diverse Regelungen zur Handynutzung an ihren Schulen vorhanden sind. Laut einer Umfrage gaben über 90 Prozent der Lehrer in Volksschulen an, dass es Verbote oder spezifische Regeln gibt. Die Notwendigkeit einer einheitlicher Handhabung, die im Schulautonomierahmen gefordert wird, gewinnt zunehmend an Bedeutung, da es bislang keine verbindlichen Vorgaben gibt. Die Diskussion um die Richtlinien zur Handynutzung zeigt damit sowohl die Dringlichkeit als auch die Komplexität der Materie in der österreichischen Bildungslandschaft.
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