Im Rahmen der Konferenz „KI, GVR und Streaming“, die heute in Wien von der Initiative Urheberrecht veranstaltet wurde, kamen zahlreiche Akteure der Kulturszene zusammen, um über die aktuellen Entwicklungen in der bildenden Kunst sowie rechtliche Fragestellungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) zu diskutieren. Ein zentrales Thema war die Sammelklage von US-Autoren gegen OpenAI, die die auftretenden Herausforderungen der KI im geistigen Eigentum beleuchtet. Kleine Zeitung berichtet, dass auch das Leistungsschutzrecht im digitalen Zeitalter zur Sprache kam.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Veranstaltung war das Weiterbildungsprogramm „Hands-On KI“, das von der IG Freie Theaterarbeit angeboten wird. Dieses Programm legt einen Fokus auf die kritische Auseinandersetzung mit KI und den selbstbestimmten Umgang damit. Es umfasst 16 Webinare, Online-Workshops und Exkursionen, die besonders für die Mitglieder der Interessensgemeinschaft von Bedeutung sind und durch eine KI-Förderung des Kulturministeriums unterstützt werden. Es wird erwartet, dass die gesammelten Erfahrungen der Teilnehmer auf einer Webseite zugänglich gemacht werden.

Spannende Entwicklungen und Rückmeldungen

Die Konferenz verzeichnete 100 Anmeldungen aus ganz Österreich, wobei die Webinare durchschnittlich 60 bis 80 Teilnehmer anziehen. Die Inhalte reichten von Best-Practice-Vorträgen zu Öffentlichkeitsarbeit über praktische Workshops bis hin zu theoretischen Inputs zu Kunst und Technologisierung. Besonders bemerkenswert ist der Einsatz von KI-Tools, die für die Projektplanung und Medienarbeit hilfreich sind, allerdings beschränkt sich deren Nutzen bei Förderanträgen. Rückmeldungen zeigen, dass KI-generierte Anträge oft als solche erkannt werden und in der Regel keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Rückmeldungen der Schulungen betonen die Notwendigkeit einer Abwägung über den KI-Einsatz sowie die Berücksichtigung des Ressourcenverbrauchs durch Rechenzentren. In einem sich wandelnden kreativen Umfeld wurde diskutiert, inwiefern KI den Arbeitsmarkt beeinflusst. Es wird davon ausgegangen, dass kreative Jobs sich verändern, jedoch nicht vollständig wegfallen.

Regulierung und ethische Überlegungen

Das Positionspapier des Deutschen Kulturrats, das im Oktober 2024 veröffentlicht wurde, befasst sich mit dem Einsatz von KI im Kunst-, Kultur- und Mediensektor. Es betrachtet KI als eine dynamisch entwickelte Technologie, deren Regulierung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt. Zu den wichtigen Themen gehören Vertrauen in Informationen, die Sorge um die Substitution menschlichen Schaffens und Verantwortungslücken bei KI-Entscheidungen. Hierbei unterstützen die Einschätzungen des Deutschen Ethikrats, der die Stärkung menschlicher Autorschaft als zentralen Fokus hervorhebt.Kulturrat.de erläutert, dass Künstler und Akteure im Kultursektor in die Beratungen zur Regulierung von KI stärker einbezogen werden sollten.

Darüber hinaus sollten europäische und nicht-europäische KI-Anbieter die europäischen Standards befolgen. Die beobachteten Gefahren durch generative KI in Bezug auf Urheberpersönlichkeitsrechte und Vergütung stellen eine Herausforderung dar und erfordern ein neues Verständnis der Rolle von KI in kreativen wie nicht-kreativen Arbeitsbereichen. Das Positionspapier des Kulturrats fordert zudem öffentliche Unterstützung für die Digitalisierung und den KI-Einsatz in kulturellen Einrichtungen.