Gerüchte über eine mögliche Rückkehr von Christian Kern in die Spitzenpolitik nehmen wieder zu. Insbesondere in den Ländern, die vor den kommenden Nationalratswahlen Landtagswahlen abhalten, wird der Ruf nach einem Gegenkandidaten laut. Die Frage des Tages lautet: „Wäre Christian Kern der bessere SPÖ-Chef als Andreas Babler?“ Diese Diskussion wird durch die verstärkte Kritik an Babler, der aufgrund seiner schlechten Umfragewerte unter Druck steht, angeheizt. Der Parteitag, der am 7. März in Wien stattfinden wird, könnte zu einer Kampfabstimmung zwischen Kern und Babler führen, wie Rathausnachrichten berichtet.
Währenddessen hat Christian Kern, der von Mai 2016 bis 2018 als Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzender amtierte, die Rückkehr-Spekulationen bislang zurückgewiesen. Derzeit ist er in der Privatwirtschaft erfolgreich tätig. Dennoch warten einige Parteimitglieder sehnsüchtig auf seine Rückkehr als mögliche Lösung für die interne Krise der SPÖ. Kern war bereits einmal für die Modernisierung der Partei zuständig und trat nach der Nationalratswahl 2017 zurück, als die SPÖ nur 21,1 Prozent der Stimmen erreichte.
Interne Unruhe in der SPÖ
Die derzeitige Situation in der SPÖ ist durch interne Unruhe geprägt. Andreas Babler, seit November 2023 im Amt, sieht sich kontinuierlich mit Kritik konfrontiert. Seine Kritiker werfen ihm mangelnde Einheit und Visionen vor, was sich negativ auf die Partei auswirkt. Der parteiinterne Druck wächst, und die Diskussion über Kerns mögliche Kandidatur als Alternative hat an Fahrt aufgenommen.
Die extreme Fragmentierung der Partei könnte durch einen Machtkampf zwischen Kern und Babler weiter verschärft werden. Während Befürworter von Kerns Rückkehr einen erfahrenen Retter sehen, warnen Gegner vor einer Spaltung, wie vol.at feststellt.
Ein anstehender Parteitag bietet der SPÖ auch die Gelegenheit, ihre politische Agenda zu präsentieren. Zentrale Herausforderungen bleiben die Mobilisierung der Wählerbasis und die Erschließung neuer Wählergruppen, insbesondere in den Bereichen Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Zukunft der Arbeit.
Die Frage des Vorsitzes
In der Wiener Landesorganisation sowie in Teilen der Gewerkschaft gibt es auch Vorbehalte gegenüber einer Debatte über den Parteivorsitz. Viele erinnern sich an den überstürzten Rücktritt von Christian Kern, der in der Vergangenheit zu Chaos innerhalb der Partei und zur Ära von Pamela Rendi-Wagner führte.
Derzeit ernten die Regierungserfolge im Bereich der Bekämpfung von Budgetkrisen und Teuerungen Anerkennung, was dazu führt, dass viele Abgeordnete eine Debatte über den Vorsitz als unnötig erachten. Es bleibt abzuwarten, ob ein geplantes Gespräch zwischen Kern und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig viel verändern kann.