Am 26. Jänner 2026 findet in der prunkvollen Wiener Hofburg der traditionsreiche Jägerball statt. Diese Veranstaltung verbindet Jagdkultur, gesellschaftliche Errungenschaften und soziale Verantwortung und ist eine der ältesten und umstrittensten Bälle in Wien. Die Ursprünge des Balls reichen bis ins Jahr 1905 zurück, als engagierte Jäger unter dem Patronat von Prinz Alexander zu Solms-Braunfels die erste Benefizveranstaltung ins Leben riefen. Ziel war es, Spenden für in Not geratene Jagd- und Forstarbeiter zu sammeln. In diesem Jahr feiert der Jägerball sein 121. Jubiläum.

Der Jägerball hat sich über die Jahrzehnte zu einem gesellschaftlichen Fixpunkt entwickelt. Trotz der Unterbrechungen durch Weltkriege und politische Umbrüche, sowie der Herausforderungen durch die Pandemie, konnte die Veranstaltung stets fortgeführt werden. Der Reinerlös des Jägerballs fließt weiterhin in die sozialen Zwecke des Vereins Grünes Kreuz, der im gleichen Jahr gegründet wurde und bis heute den karitativen Gedanken trägt. Um die Tradition zu wahren, ist eine angemessene Kleiderordnung in Form von traditioneller Tracht vorgeschrieben.

Gesellschaftliche Auswirkungen und Kritiken

Allerdings bleibt der Jägerball nicht ohne Kontroversen. In den letzten Jahren gab es immer wieder Debatten und Demonstrationen gegen die Veranstaltung, vor allem im Kontext der Jagd. Kritische Stimmen weisen auf die ideologische Aufladung der Jagd im Nationalsozialismus hin. Auf ihrer Webseite betont der Verein jedoch seinen karitativen Zweck und die soziale Unterstützung, die unabhängig von politischen Systemen funktioniert. Der Jägerball balanciert zwischen einer tiefen Tradition und einer zeitgenössischen Interpretation der Jagdkultur.

Tono Soravia, ein bekannter Jäger und Gastronom, sieht den Jägerball als Plattform zur Förderung einer modernen Jagdkultur. Mit seinem Restaurant Collina, das Jagd und urbane Esskultur verbindet, bringt er frischen Wind in die traditionelle Jagdszene. Soravia organisiert auch einen Aperitif beim Jägerball und lädt die Gäste ein, über die Themen Jagd und Nachhaltigkeit zu diskutieren. Er plädiert dafür, die Jagd als nachhaltig zu betrachten, da Wildtiere unabhängig von industriellen Tierhaltungen leben.

Eine festliche Tradition

Die Ballsaison in Österreich, die traditionell von Anfang Jänner bis Aschermittwoch dauert, bietet eine Möglichkeit, den oft trostlosen Jänner aufzuhellen. Bälle, die ursprünglich im 18. Jahrhundert für die Aristokratie veranstaltet wurden, haben sich seitdem geöffnet und werden mittlerweile auch von anderen gesellschaftlichen Gruppen organisiert. Jägerbälle nehmen hierbei eine besondere Stellung ein.

Der Wiener Jägerball ist der bekannteste seiner Art und findet stets am letzten Montag im Jänner statt. Die Veranstaltung zelebriert regionale Jagdbräuche im wienerischen Dreivierteltakt und bleibt auch im Jahr 2026 weiterhin populär. Neuheiten in der Ballsaison sind unter anderem der Grazer Jägerball, der in diesem Jahr seine Premiere feiert.

In der Kultur der Jagd spielt die „Strecke“ eine wichtige Rolle. Diese bezeichnet das in einem bestimmten Zeitraum erlegte Wild. Insbesondere die Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Wild, wie Schalenwild und Niederwild, ist für die Jägerschaft von großer Bedeutung. Die Jagd ist eine tief verwurzelte Tradition in Wien, die sowohl den gesellschaftlichen Zusammenhalt als auch die Wertschätzung für die Natur und deren Ressourcen fördert.

Für den Jägerball 2026 wird erneut eine stilvolle Verbindung von Tradition, Charity und gesellschaftlichem Austausch erwartet. Alles in allem wird der Ball ein einzigartiges Erlebnis bieten, das tief in der Kultur und Geschichte Österreichs verwurzelt ist.

Für weitere Informationen zu diesem Ereignis können die Artikel auf Kurier, Jagdfakten und Jagd-Wien besucht werden.