Am 11. Oktober 2025 wurde der 100. Geburtstag des angesehenen Bildhauers Wander Bertoni gefeiert. Diese Feierstunde umfasste die Aufführung eines 25-minütigen Films über sein beeindruckendes Leben, der an die Herausforderungen erinnert, die er während und nach dem Zweiten Weltkrieg bewältigte. Bertoni, ein in Italien geborener Künstler, dessen Name in der etruskischen Tradition verwurzelt ist, begann seine Ausbildung zum Eisendreher im Jahr 1939 und wurde 1943 als Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie nach Wien gebracht, wo er zeitweise von der Bildhauerin Maria Biljan-Bilger versteckt wurde. Nach Kriegsende studierte er von 1946 bis 1952 an der Akademie für bildende Künste Wien und wurde ein prominenter Vertreter der österreichischen Kunstszene.
Der Film, der im Rahmen der Feier gezeigt wurde, liefert zahlreiche Einblicke in Bertonis Leben. Seine Witwe Waltraud beschreibt ihn als „richtigen Italiener“ und die „große Liebe“ ihres Lebens. Ihr Sohn Zeno hielt eine bewegende Rede, in der er auf die Gastfreundschaft und Freundschaften seines Vaters einging. Bertoni war von 1965 bis 1994 Leiter der Bildhauerklasse an der Angewandten und bezeichnete seine Studierenden als seine erweiterte Familie. Der Lehrplan beinhaltete unter anderem eine jährliche Zwetschkenernte in Winden am See.
Das Erbe und die Kunstwerke
Bertoni verschenkte seine Kreativität an das Freilichtmuseum, das er auf dem Gelände der Gritsch-Mühle einrichtete, die er 1965 erworben und restauriert hatte. Diese Mühle wurde zum Skulpturenpark ausgebaut, der zahlreiche seiner Großplastiken beherbergt. Zudem ist das Eiermuseum, das eine der größten Eiersammlungen der Welt anbietet, Teil des Erbes, das Bertoni hinterlassen hat. Er entwickelte eine Bildsprache, die sowohl abstrakte Plastiken als auch figürliche Arbeiten umfasste, und seine Werke sind nun im öffentlichen Raum und in dem Freilichtmuseum zugänglich.
Die Unterstützung für das Museum ist weiterhin fest verankert. Maximilian Köllner, Nationalratsabgeordneter der SPÖ, hat seine fortwährende Unterstützung für das Projekt bekundet. Das Museum bleibt bis Ende November geöffnet und wird weiterhin vom Land Burgenland finanziell gefördert. Der Bezug zur Kunst und Kultur während des Krieges, einem Zeitraum, der von Propaganda und heroischen Darstellungen geprägt war, zeigt sich auch in den Herausforderungen, mit denen Künstler wie Bertoni konfrontiert waren. Während der Kriegszeit erlebten viele Kunstschaffende die Einschränkungen ihrer Kreativität, die von nationalsozialistischen Ideologien geprägt war, während Bertonis Werk einen Weg fand, Unabhängigkeit und individueller Ausdruck zu wahren, selbst unter schwierigen Bedingungen.
Die Erinnerung an Bertoni
Wander Bertoni, der im Alter von 94 Jahren starb und auf dem Areal seines Freilichtmuseums beigesetzt wurde, hinterlässt ein reiches künstlerisches Erbe. Seine Witwe plant, ebenfalls dort eine letzte Ruhestätte zu finden. Der Einfluss und die Kreativität Bertonis werden weiterhin durch das Museum und seine zahlreichen Werke gewahrt, die sowohl Kunst- als auch Geschichtsinteressierte anziehen.
Insgesamt würdigte die Feier nicht nur den Künstler Bertoni, sondern auch den Menschen, der mit seiner Passion und Lebensfreude viele berührt hat. Sein Leben und Schaffen bieten ein eindrucksvolles Zeugnis für die Kunstszene Österreichs und die Resilienz eines Künstlers in der sich wandelnden Welt.
Für weitere Informationen über Wander Bertoni und seine Werke, siehe Kleine Zeitung, Wikipedia und DHM.