Am 16. Jänner 2026 fand der 68. Opernball in Wien statt, der in diesem Jahr im Zeichen des Broadways stand. Neue Ballettdirektorin Alessandra Ferri, die das Eröffnungsprogramm plante, wählte mit „The Carousel Waltz“ aus dem Musical „Carousel“ von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein einen festlichen Auftakt. Ferri beschrieb das Stück als eine Feier des Lebens, der Kunst, der Musik und der Gesellschaft. Der Direktor des Balls, Bogdan Roščić, passte das restliche Eröffnungsprogramm entsprechend diesem Broadway-Hit an.
Die Kostüme der Tänzerinnen und Tänzer wurden von Giorgio Armani entworfen, der im vergangenen Jahr verstarb. Zur Eröffnung traten die südafrikanische Sopranistin Pretty Yende sowie der französische Tenor Benjamin Bernheim auf. Yende, geboren am 6. März 1985, hat sich einen Namen mit zahlreichen internationalen Auftritten gemacht und feierte bereits ihren Durchbruch im Jahr 2009 beim Internationalen Belvedere-Gesangswettbewerb in Wien. Ihr Repertoire umfasst Rollen an bedeutenden Opernhäusern wie der Metropolitan Opera in New York und der Wiener Staatsoper.
Das Eröffnungsprogramm
Das Programm beinhaltete weitere Highlights wie „Art is Calling for Me“ aus der Operette „The Enchantress“ von Victor Herbert sowie das Trinklied aus „La Traviata“ von Giuseppe Verdi. Den Abschluss der Eröffnung bildete der beliebte Donauwalzer. Das Plakatsujet für den Opernball stammt von dem verstorbenen Künstler Arnulf Rainer und wurde von seiner Familie nach seinem Tod im Dezember übergeben. Dieses Plakat kann online sowie im Dorotheum ersteigert werden, wovon der Erlös an die Initiative „Österreich hilft Österreich“ geht.
Der Opernball ist ein Quotenhit für den ORF, der im Jahr 2025 bis zu 1,445 Millionen Zuschauer verzeichnete. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann bezeichnete den Ball als das glamouröseste TV-Highlight des Jahres. Moderiert wurde die Veranstaltung von Mirjam Weichselbraun, Teresa Vogl und Andi Koll, während Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz als Kommentatoren fungierten.
Kulturelle und gesellschaftliche Aspekte
Der Opernball wird allgemein als kulturelle Veranstaltung geschätzt, wobei die Eröffnung deutlich die Bedeutung dieser Tradition widerspiegelt. Im letzten Jahr stand die 67. Ausgabe unter der Leitung von Direktor Bogdan Roščić, der auch in diesem Jahr die Verantwortung trug. Dabei waren zahlreiche Politiker anwesend, darunter Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Karl Nehammer, der den Opernball als kulturelles Aushängeschild Österreichs bezeichnete.
Inmitten der Feierlichkeiten gab es jedoch auch Stimmen der Opposition: Die Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ) rief zu einem Marsch gegen den Opernball auf, es kam jedoch zu keinen größeren Zwischenfällen. Der Opernball unterstützt traditionell die Initiative „Österreich hilft Österreich“; im Vorjahr wurden durch diese Aktion 600.000 Euro für wohltätige Zwecke gesammelt, wobei von jedem Ticket 35 Euro und 10% der Einnahmen gespendet werden.
Die glamouröse Veranstaltung zieht nicht nur Politiker, sondern auch zahlreiche Prominente an. In diesem Jahr war unter anderem Priscilla Presley als Stargast eingeladen, die den Ball lobte. Weitere prominente Gäste waren Schauspieler Franco Nero, Schlagersänger Heino und Comedian Oliver Pocher. Des Weiteren sorgte Designer Harald Glööckler mit einer besonderen Verkleidung für Aufsehen und viele Schauspieler aus dem deutschsprachigen Raum waren ebenfalls unter den Gästen.
Mit einem bunten Mix aus klassischen und modernen Elementen, gepaart mit einem klaren Bekenntnis zur Kunst und Solidarität, präsentierte sich der Opernball 2026 als ein Fest der kulturellen Vielfalt und des gesellschaftlichen Engagements.