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Der unsichtbare Riese der Musikwirtschaft: Österreichs Musikbranche als Wirtschaftsmotor mit enormem Potenzial

Die verborgene Kraft der Musikwirtschaft: Wertschöpfung, Arbeitsplätze und ungenutztes Potenzial in Österreich

In den heimischen Musikkreisen Österreichs herrscht ein unsichtbarer Riese - die Musikwirtschaft. Eine aktuelle Studie verdeutlicht, dass diese Branche mit einem enormen Wertschöpfungsanteil von 7,5 Milliarden Euro und einem Beitrag von 2,8 Prozent des BIP als drittstärkste Branche im Land fungiert. Jede:r Musikschaffende, so zeigt die Studie, generiert im Schnitt 16 weitere Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftsbereichen. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen wurde die wahre Bedeutung und Vielschichtigkeit der Musikwirtschaft bislang stark unterschätzt.

Die neue Studie mit dem Titel „Wertschöpfung der Musikwirtschaft in Österreich 2024“ wurde von mehreren Verbänden in Auftrag gegeben, um das eklatante statistische Manko der Musikbranche aufzudecken und zu beseitigen. Die Musikwirtschaft war bislang in ihrer Bedeutung für die Gesamtwirtschaft nicht ausreichend erfasst und gewürdigt worden. Die Studie behebt dieses Problem durch die Schaffung eines Satellitenkontos für die Musikwirtschaft, das die komplexen direkten, indirekten und induzierten Effekte des Sektors berücksichtigt.

Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft – IFPI Austria, betont, dass dieser verhältnismäßig kleine kreativ-produzierende Kern der Musikbranche enorme wirtschaftliche Effekte auslöst. Mit nur rund 7.000 direkt Beschäftigten bildet dieser Sektor ein wichtiges Bindeglied für eine Branche mit insgesamt rund 117.000 Arbeitsplätzen, wobei die Musikwirtschaft hinter dem Gesundheitswesen und dem Landverkehr auf Platz drei bei der Bruttowertschöpfung liegt.

Ina Regen, eine Liedermacherin, unterstreicht die Bedeutung eines aktiven Engagements und einer echten politischen Unterstützung für die Musikbranche. Zusammen mit ihrem Erfolgserlebnis aus dem Jahr 2017, als ihre Musik plötzlich in den größten österreichischen Radios rotierte und sie mit zahlreichen Aufträgen überschwemmt wurde, verdeutlicht sie, wie schnell sich das Blatt für Musikschaffende wenden kann.

Die Studie hebt auch hervor, dass Investitionen in den musikalischen und musikwirtschaftlichen Ausbildungsbereich einen Schlüssel für das Wachstum der heimischen Musikwirtschaft bilden. Hannes Tschürtz, Obmann der Berufsgruppe Label im Fachverband, betont, dass kluge Investitionen in Kreative nicht nur die Wertschöpfungseffekte stärken, sondern auch langfristig erfolgreiche künstlerische Projekte fördern können.

Es wird deutlich, dass die österreichische Musikwirtschaft nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich eine immense Bedeutung besitzt. Die Studie gibt klare Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft und fordert eine verstärkte Anerkennung und Unterstützung der Musikwirtschaft als zentralen Wirtschaftsfaktor des Landes. Maßnahmen zur Stärkung der Branche könnten nicht nur positive kreative Effekte erzielen, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile für das Land bringen.



Quelle: Wirtschaftskammer Österreich / ots

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