Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky hat gemischte Gefühle zur Heizkesseltauschförderung des Bundes geäußert. Am 25. November 2025 wurde bekannt, dass der Bund 1,8 Milliarden Euro in den Umstieg auf erneuerbare Wärmelösungen investiert. Czernohorszky sieht dies als positiven Impuls für Umwelt, Haushalte und die Konjunktur, fordert jedoch eine Anpassung der Förderkriterien, um städtische Gebiete wie Wien nicht zu benachteiligen. Aktuell ist der Fokus der Förderung stark auf den ländlichen Raum gelegt, wodurch städtische Wohnbauvorhaben oft weniger berücksichtigt werden.
Czernohorszky weist darauf hin, dass Ein- und Zweifamilienhäuser etwa 30% der Gesamtkosten gefördert bekommen, während mehrgeschossiger Wohnbau oftmals mit weniger als 10% auskommen muss. Dies stellt eine Ungerechtigkeit für zahlreiche Wohnungen in städtischen Gebieten dar und erhofft sich Unterstützung von Bundesminister Norbert Totschnig.
Förderung zur Verbesserung der Lebensqualität
Die Förderung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) zielt darauf ab, die Lebensqualität in Wohnräumen zu verbessern und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Im Rahmen der Sanierungsoffensive werden insbesondere Kesseltausch und thermisch-energetische Gebäudesanierungen in den Mittelpunkt gerückt. Diese Initiative soll Anreize für nachhaltige Investitionen schaffen.
Die Förderung gilt für unterschiedlichste Bauarten, inklusive Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser und mehrgeschossige Wohnbauten. Während die Förderung für den ländlichen Raum umfassend zugeschnitten ist, müssen städtische Projekten stärker in den Fokus der Unterstützung gerückt werden, da diese oft unterrepräsentiert sind. Czernohorszky plädiert dafür, dass auch Bauträger*innen und der soziale Wohnbau von der Förderung profitieren.
Bundesförderung für effiziente Gebäude
Parallel dazu wird die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fortgeführt und unterstützt die Sanierung von Gebäuden zur Einsparung von Energiekosten und zum Klimaschutz. Ab 2025 wird das Programm unter Berücksichtigung der Regelungen zur vorläufigen Haushaltsführung fortgesetzt. Die BEG umfasst drei Teilprogramme: BEG WG (Wohngebäude), BEG NWG (Nichtwohngebäude) und BEG EM (Einzelmaßnahmen) und richtet sich an Hauseigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften, Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und Kommunen.
Anträge können weiterhin online über das BAFA-Portal gestellt werden, wobei die Hinzuziehung eines Energieeffizienz-Experten (EEE) für bestimmte Maßnahmen erforderlich ist. Diese Experten erstellen eine technische Projektbeschreibung und einen technischen Projektnachweis nach Abschluss der Maßnahme. Eine Antragsstellung wird somit wesentlich vereinfacht, um die erforderlichen Sanierungen möglichst effizient voranzutreiben.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die Förderung von Heizkesseltausch sowie die umfassende Sanierung von Gebäuden eine zentrale Rolle im Klimaschutz und der Nachhaltigkeit spielen. Dennoch muss sichergestellt werden, dass dabei die Bedürfnisse aller Wohnbauarten, insbesondere in urbanen Zentren, adäquat berücksichtigt werden. Für weitere Informationen zur Heizkesseltauschförderung hat die Stadt Wien aktuelle Details veröffentlicht, während die Sanierungsoffensive als umfassende Informationsquelle über die Förderprogramme dient. Zudem bietet die BAFA-Website Überblick über die Bundesförderung für effiziente Gebäude.