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Vor dem Publikum der Universitätsbibliothek der Universität Wien stehen Absperrgitter – die Einrichtung hat mit umfassenden Umbauarbeiten begonnen. Der Historische Lesesaal, der normalerweise für 360 Studierende Platz bietet, bleibt bis Ende 2026 geschlossen, wie Andreas Brandtner, Leiter der Universitätsbibliothek, erklärt. Diese Schließung fällt kritisch in die Prüfungsphase der Studierenden, die gerade jetzt auf Ruhe und Konzentration angewiesen sind, um ihre Prüfungen zu bestehen. Es zeigt sich deutlich, dass die Bibliothek während dieser Zeit ein wichtiger Anziehungspunkt ist, weshalb die Studierenden gezwungen sind, andere Lernorte aufzusuchen, wie ORF berichtet.
Durch den Schließungsdruck der Hauptbibliothek verzeichnet die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) einen Anstieg ihrer Besucherzahlen um 15 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so Margot Werner, Leiterin der Bereiche Benützung und Information. In der ÖNB gibt es über 400 Leseplätze verteilt auf fünf Lesesäle, und das Gedränge ist spürbar: Vor dem Eingang bilden sich manchmal lange Schlangen. Die ÖNB hat Maßnahmen ergriffen, um den Ansturm zu bewältigen, darunter die Einführung von Pausenuhren, die eine 45-minütige Reservierung ermöglichen, und das Bereitstellen von Informationen über verfügbare Leseplätze auf der Webseite. Täglich nutzen zwischen 800 bis 1.000 Personen die Lesesäle der ÖNB, die nun bis Mitternacht geöffnet sind, während während eines besonderen Events namens „Late Week“ vom 20. bis 26. Januar zusätzliche Angebote wie Yoga und Führungen angeboten werden, wie auch bei ÖNB erwähnt wird.
Alternative Lernorte für Studierende
Um den Mangel an Leseplätzen in der Universitätsbibliothek zu kompensieren, bietet die Universität Wien verschiedene Alternativen an. Dazu gehören 35 Fachbereichsbibliotheken, von denen 11 längere Öffnungszeiten haben, sowie spezielle Leseorte wie ein überdachtes Atrium und der Zeitschriftensaal der Außenstelle Teinfaltstraße. Ein Hörsaal in der Alten Wirtschaftsuniversität wurde ebenfalls angemietet. Die Rückmeldungen zu diesen Alternativen fallen durchweg positiv aus. Außerdem veranstaltet die Universität am 23. Januar eine besondere Nachtschicht, „eine Nacht der Hausarbeiten“, um den Studierenden beim Schreiben ihrer Arbeiten zu helfen. Diese findet erstmals im Juridicum statt und steht bis 6.00 Uhr für das Lernen offen.
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