Bauen mit Zukunft: BOKU entwickelt innovative Wiederverwendungskonzepte!
Das Projekt KRAISBAU der BOKU in Wien fördert die Wiederverwendung von Baustellenmaterialien zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft.

Bauen mit Zukunft: BOKU entwickelt innovative Wiederverwendungskonzepte!
Das Projekt KRAISBAU am Institut für Hochbau, Holzbau und kreislaufgerechtes Bauen der BOKU in Wien hat sich zum Ziel gesetzt, die Wiederverwendung von Bauabbrüchen zu fördern, anstatt diese lediglich durch Recycling zu verarbeiten. Wie ÖkoNews berichtet, betont der Institutsleiter Benjamin Kromoser die Dringlichkeit, ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Ansätze zu entwickeln. Dies beinhaltet die Erarbeitung eines strukturierten Frameworks zur Identifikation geeigneter Bauteile für die Wiederverwendung.
Besonderes Augenmerk liegt auf Tragstrukturen von Gebäuden, die großes Potenzial für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft bieten. In diesem Kontext untersucht das Forschungsteam drei zentrale Fragen: Welche Bauteile und Materialien eignen sich für die Wiederverwendung, wie verändert sich deren Zustand im Laufe der Zeit und wann sind sie in ausreichender Qualität wieder verfügbar?
Innovative Technologien und Methoden
Ein automatisiertes Verfahren zur Gebäudeaufnahme wird entwickelt, das moderne, nicht-invasive Prüfmethoden einsetzt, um präzise Bewertungen vorzunehmen, ohne die Bausubstanz zu beeinträchtigen. Dies umfasst eine Reihe von innovativen Analyseabläufen, zu denen automatisierte Building-Information-Modeling-Analysen (BIM) zur Identifikation von Schadenszonen gehören sowie Foto- und Scanverfahren zur Erfassung von Verformungen und anderen Beschädigungen. Methoden wie Ultraschall oder Radar steigern die Genauigkeit der Bewertungen.
Darüber hinaus wird eine strukturierte Datenbankarchitektur auf Basis des IFC-Standards aufgebaut. Diese Datenbank soll Informationen über Standort, Nutzung, Zustand und Wartungshistorie von Bauteilen verknüpfen und die Entwicklung einer „Matrix zur Wiederverwendbarkeit“ unterstützen, um fundierte Entscheidungen zwischen Wiederverwendung, Recycling und Sanierung zu ermöglichen. Das Projekt KRAISBAU erhält Fördermittel von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie vom Bundesministerium für Klimaschutz.
Kreislaufwirtschaft im Bauwesen
Die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen nimmt stetig zu, da der Sektor innovative Ansätze zur Reduzierung seiner Umweltbelastung und zur Ressourcenschonung sucht. Wie Circular Culture darlegt, fördert die Kreislaufwirtschaft die Wiederverwendung und das Recycling von Baustoffen, was nicht nur Abfall reduziert, sondern auch die Lebensdauer der verwendeten Materialien verlängert und Materialkosten senkt.
Zu den aktuellen Praktiken gehören der Einsatz von recycelten Materialien in Bauprojekten, Modularbauweisen mit vorgefertigten, wiederverwendbaren Modulen und innovative Projekte wie das „Recyclinghaus“ in Amsterdam. Der Gesetzgeber hat Rahmenbedingungen geschaffen, die die Verwendung von recycelten Materialien fördern und die Recyclingquoten erhöhen.
Um die angestrebten Ziele der Kreislaufwirtschaft zu erreichen, sind innovative Technologien unerlässlich. Automatisierte Trennsysteme und 3D-Drucktechnologien bieten neue Möglichkeiten zur Herstellung von Bauteilen aus recycelten Stoffen. Zukünftige Entwicklungen zielen darauf ab, digitale Planungsmethoden zu optimieren und intelligente Materialien wie selbstreparierenden Beton zu integrieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Verknüpfung von Technologie, umweltfreundlichen Praktiken und rechtlichen Rahmenbedingungen entscheidend ist, um die Bauwirtschaft nicht nur nachhaltiger, sondern auch effizienter zu gestalten.