In Wien hat sich ein tumultuöser Fall um eine Massenschlägerei zwischen Tschetschenen und Syrern vor Gericht weiter zugespitzt. Der Hauptangeklagte, 25-jähriger Abu Bakar D., wird als Organisator der brutal anmutenden Angriffe bezeichnet. Zeugen berichten von massiven Übergriffen durch maskierte, schwarz gekleidete Angreifer am Bahnhof, bei denen zahlreiche Personen verletzt wurden, einige leiden noch heute an den psychischen Folgen. Bereits verurteilt wurde ein 18-Jähriger wegen gemeinschaftlicher schwerer Gewalt und Körperverletzung, der Teil dieser gewaltsamen Auseinandersetzungen war. Der Vorfall geht auf eine wachsende Feindseligkeit zurück, die durch sogenannte „Hasskonferenzen“ auf Instagram weiter angeheizt wurde, in denen Abu Bakar D. zur „Ausschaltung“ der syrischen Gruppe aufrief. Dies berichtet exxpress.at.
Die Auseinandersetzungen, die ihren Höhepunkt in einer Massenschlägerei am 7. Juli fand, führten dazu, dass 24 junge Männer sich nun vor Gericht verantworten müssen. Laut der Wiener Staatsanwaltschaft erlitten fünf Männer bei der feindlich geführten Begegnung schwere Verletzungen. Ein 20-jähriger Afghane berichtete von brutalen Attacken mit Messern und Hämmern durch eine Gruppe von 14 bis 20 Personen. Auch sein Bruder wurde verletzt und leidet weiterhin an den Folgen des Angriffs. Diese Vorfälle sind Teil eines größeren Musters von gewalttätigen Konflikten zwischen den beiden Gruppen, die seit Monaten andauern, und die mit Migrantenstrukturen und deren Integration in Wien korrelieren. oe24.at bestätigt, dass der Hauptverdächtige eine feindselige Haltung gegenüber Syrern hatte.
Psychische und körperliche Folgen
Die Schwere der Verletzungen von Zeugen ist alarmierend. Ein 23-jähriger Mann erlitt einen Eindrückungsbruch des Schädeldachs und erlitt schwere Blutungen, was zu mehrwöchiger Berufsunfähigkeit führte. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen haben nicht nur körperliche Wunden hinterlassen, sondern auch eine Reihe von psychologischen Folgen für die Betroffenen. Junge Männer in solchen Konflikten sind oft Opfer und Täter zugleich, eine Dynamik, die in den höheren Raten von Jugendkriminalität und Gewalt in bestimmten Milieus zu erkennen ist. Laut einer Analyse von bpb.de zeigt sich, dass Jugendkriminalität überwiegend männlich und weit verbreitet ist, häufig in Verbindung mit sozialen Problematiken und Integrationsproblemen auftritt.
Abu Bakar D. steht nicht nur wegen der aktuellen Gewaltausbrüche im Fokus, er wurde auch in einem separaten Verfahren wegen Anstiftung zum schweren Raub und Geldwäsche verurteilt. Seine aktive Rolle in der Mobilisierung zur Auseinandersetzung und die Verbreitung von Hass auf sozialen Medien haben die Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen erheblich verstärkt, was in Kombination mit den psychologischen und körperlichen Verletzungen der Opfer eine besorgniserregende Situation in Wien darstellt.
Gesellschaftliche Herausforderungen
Die Vorfälle spiegeln eine komplexe Realität wider, in der Gewalt und Kriminalität auch wichtige Fragen der Integration und sozialen Unterstützung aufwerfen. Es wird zunehmend betont, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund oft auch Opfer von Straftaten sind. Eine umfassende Prävention durch Integration wird als Schlüssel zur Verringerung solcher gewaltsamen Ausbrüche angesehen.