Die Kinderbetreuung in Niederösterreich erhält einen massiven finanziellen Schub. Laut einem Bericht von oe24 wird bis Ende 2027 ein Gesamtvolumen von 750 Millionen Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung bereitgestellt. Diese Initiative, die im Herbst 2022 gestartet wurde, umfasst unter anderem die Förderung von über 580 neuen Kinderbetreuungsgruppen und 39 Bewegungsräumen. Mit einem Projektvolumen von über 346 Millionen Euro und einem Fördervolumen von mehr als 168 Millionen Euro soll die Betreuung für Kleinkinder verbessert werden.

Ein zentraler Punkt der familienpolitischen Initiative ist die Schaffung eines bedarfsgerechten Angebotes in Wohnortnähe. Die Öffnungszeiten sollen flexibler gestaltet und Gruppengrößen verkleinert werden. Außerdem werden die gesetzlichen Schließtage in den Sommerferien von drei auf eine Woche reduziert. Dies soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter fördern. Wie noe.arbeiterkammer.at ergänzt, hat sich der VIF-Konformitätsfaktor, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf misst, bei 0- bis 2-Jährigen von 31,3% (2018) auf 62,3% (2023) gesteigert.

Zunehmende Betreuungsquote für Kleinkinder

Ein positiver Hinweis auf den Erfolg dieser Maßnahmen zeigt die Besuchsquote in den Kindergärten. Laut einem Monitoring-Bericht der Statistik Austria besuchen 98,2% der 3- bis 5-Jährigen in Niederösterreich einen Kindergarten. Diese Quote stellt den Spitzenwert im bundesweiten Vergleich dar. Auch bei den null- bis zweijährigen Kindern wurden Fortschritte erzielt, die Quote ist auf 38,6% gestiegen, was einen Anstieg von 3,4% im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Zusätzlich wird ab Herbst 2024 die Möglichkeit zur kostenlosen Vormittagsbetreuung für 1-Jährige ausgeweitet. Dies wird als wichtige Verbesserung angesehen, um die frühkindliche Bildung in Niederösterreich zu stärken. Zwar bleibt der Rechtsanspruch auf elementare Bildung weiterhin nur im verpflichtenden letzten Kindergartenjahr, jedoch wird bereits ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für 4-Jährige angestrebt. Die gegenwärtigen Entwicklungen zeigen, dass Niederösterreich nun im österreichischen Mittelfeld ist und nicht mehr hinterherhinkt, wie meinbezirk.at berichtet.

Zukünftige Herausforderungen

Obwohl die Erfolge deutlich sind, gibt es noch Herausforderungen. Der SPÖ-Landtagsabgeordnete Sven Hergovich sieht beispielsweise weiteren Anpassungsbedarf bei den VIF-konformen Betreuungsstätten. Während in Wien fast 90% der Plätze VIF-konform sind, bleibt Niederösterreich hinter diesem Standard zurück. Auch Familien-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) hebt die Herausforderungen hervor und betont, dass es weiterer Anstrengungen bedarf.

Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie sich das Angebot weiter entwickeln kann und ob der Bedarf an Betreuungsplätzen gemäß den gegebenen Anforderungen gedeckt werden kann. Angesichts des großen finanziellen Engagements des Landes und der Städte stehen die Chancen gut, dass die Kinderbetreuung in Niederösterreich weiterhin verbessert wird.