Die ELA Global Supply Chain Excellence hat Wien am 23. Februar 2026 zu einem zentralen Ort für den Austausch über globale Lieferketten gemacht. Die Konferenz fand erstmals im Palais Niederösterreich statt und wird künftig jährlich in der österreichischen Hauptstadt abgehalten. Veranstalter sind der Verein Netzwerk Logistik (VNL), die European Logistics Association (ELA) sowie das Lieferketteninstitut ASCII. Das Leitthema dieser Tagung lautete „Bridging the Continents. Powering Global Supply Chains“.

Im Rahmen der Tagung diskutierten Experten verschiedene aktuelle Herausforderungen, darunter Resilienz, geopolitische Spannungen, Digitalisierung, Nachhaltigkeit sowie transatlantische Handelsbeziehungen, mit einem besonderen Fokus auf die Automobilindustrie. Der kongressartige Austausch verband den TransAtlantic Automotive Supply Chain Summit mit den ELA Awards, wo herausragende Leistungen in der Logistik ausgezeichnet wurden.

Einblicke von Branchenführern

Die Veranstaltung zog zahlreiche hochkarätige Vortragende an, darunter Hans Dieter Pötsch von Volkswagen AG, Hildegard Müller vom VDA, Gabriel Felbermayr vom WIFO sowie Markus Mau von der ELA. Pötsch hob die Fragilität globaler Lieferketten hervor und betonte die Notwendigkeit von Transparenz und strategischen Partnerschaften, während Müller von geplanten Investitionen in der deutschen Automobilindustrie in Höhe von über 500 Milliarden Euro bis 2030 berichtete.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Dachser SE und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML wurde mit dem Europäischen Logistikpreis 2025 ausgezeichnet. Dieses Projekt stellte ein digitales Echtzeitabbild von Sendungen und Prozessen in Umschlagterminals vor, was die digitale Transformation in der Logistik eindrucksvoll verdeutlicht.

Die Herausforderungen der letzten Jahre, darunter Pandemien, der Chipmangel sowie Handelsunterbrechungen, haben gezeigt, wie verwundbar globalisierte Wertschöpfungsketten sein können. Diese Krisen verdeutlichten die Abhängigkeiten und die Notwendigkeit, Risikomanagementstrategien zu implementieren. Mehr als 46 % der EU-Unternehmen berichteten, dass sie Auswirkungen durch Störungen in der Logistik und beim Zugang zu Rohstoffen erfahren haben, was die Relevanz der Themen der Konferenz untermalt. Die deutsche Wirtschaft, stark auf den internationalen Handel angewiesen, sieht sich ebenfalls mit diesen Herausforderungen konfrontiert.

Strategische Resilienz und Digitalisierung

Markus Mau betonte die Bedeutung internationaler Dialoge zur Gestaltung globaler Wertschöpfungsketten und verwies darauf, dass strategische Resilienz zunehmend Vorrang vor reiner Effizienz erhält. In Anbetracht der geopolitischen Spannungen, Zollandrohungen und des Klimawandels ist es für Unternehmen und politische Entscheidungsträger unerlässlich, ihre Abhängigkeit vom globalen Handel zu überdenken und Maßnahmen zu ergreifen, die zur Stärkung der Resilienz beitragen.

Ein entscheidender Hebel zur Erhöhung der Resilienz von Lieferketten ist die Diversifikation der Bezugsquellen und Produktionsstandorte. Zudem ist die Verfügbarkeit von Daten zentral, um Schwachstellen zu identifizieren und Resilienz zu erhöhen. Unternehmen müssen kulturelle, regulatorische und geopolitische Herausforderungen meistern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mittels Risikomanagementansätzen können Unternehmen proaktiv auf unerwartete Störungen reagieren.

Die Nachfrage nach Rohstoffen, insbesondere Lithium, wird in den kommenden Jahren erheblich steigen. Die EU ist dabei auf Importe angewiesen. Um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, sind umfassende politische Maßnahmen zur Verbesserung der Resilienz der Lieferketten gefordert. Das Zusammenspiel von Nachhaltigkeit und Resilienz erweist sich als Schlüssel zu zukunftsfähigen Geschäftsmodellen, die nicht nur Risiken minimieren, sondern auch langfristige Werte schaffen.

Die ELA Global Supply Chain Excellence hat klar gezeigt, dass der internationale Austausch in der Logistik für die Zukunft unerlässlich ist. Laut Leadersnet gibt es einen klaren Trend hin zu einem robusteren und nachhaltigeren Ansatz in der globalen Vernetzung.

Zusammenfassend ist der Druck auf die Wertschöpfungsketten durch den Wandel zu einer CO2-neutralen Wirtschaft und digitale Transformation hoch und wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen, wie auch Wirtschaftsdienst und Haufe analysierten. Der Einsatz moderner Technologien und ein strategischer Ansatz sind unverzichtbar, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.