Inmitten der tiefgreifenden Iran-Krise und der wachsenden Abhängigkeit vom internationalen Energiemarkt hat Klimastadtrat Jürgen Czernohorský am 9. April 2026 dringende Maßnahmen zur Energiewende in Wien gefordert. Der Stadtrat betonte die Notwendigkeit, auf heimische, klimafreundliche Energiequellen umzusteigen und damit die Abhängigkeit zu beenden. Czernohorský begrüßte den Antrag des Wirtschaftsausschusses, der einen raschen Ausbau von Geothermie und wesentliche Gesetzesänderungen fordert, um saubere und sichere Energie für rund 200.000 Wiener Haushalte zu schaffen. Dies würde nicht nur die lokale Energieversorgung stärken, sondern auch den Gasausstieg in der Stadt beschleunigen. Laut Wiener Rathauskorrespondenz plant die Stadt Maßnahmen, um bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen, was im Klimagesetz verankert ist.

Um diese Ziele zu erreichen, will Wien saubere Heizformen wie Wärmepumpen (Geothermie oder Luft) fördern und gleichzeitig den Ausbau von Sonnenstrom vorantreiben. Eine neue Förderschiene, die bald gestartet wird, konzentriert sich auf die Unterstützung des Sonnenstromausbaus in der Stadt. Die Initiative „100+ Projekte Raus aus Gas“ wird zudem dazu beitragen, die Gebäudeenergieeffizienz zu verbessern und die Kälteversorgung umweltfreundlicher zu gestalten.

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Der europäische Kontext

Wien ist nicht allein in seinen Ambitionen. Auch Deutschland strebt an, bis 2045 klimaneutral zu werden, während die EU dieses Ziel bis 2050 plant. In diesem Zusammenhang erläutert das Bundeswirtschaftsministerium die Notwendigkeit eines grundsätzlichen Umbaus des Energiesystems, der sowohl Strom, Wärme als auch Verkehrssysteme umfasst. Aktuelle Forschungsvorhaben zeigen, wie wichtig ein starker Ausbau der Stromnetze, die Etablierung eines Wasserstoffnetzes sowie die Integration von Elektrolyse, Wasserstoffimporten und Wärmespeichern sind.

Eines der zentralen Ergebnisse dieser Untersuchungen ist die Dringlichkeit, einen ausgewogenen Mix an Erzeugungstechnologien zu schaffen. Unter den neuen Langfristszenarien, die am 15. Februar 2024 vorgestellt wurden, sind mehrere Ansatzpunkte zur Erreichung der Klimaziele zu finden. Diese Szenarien zeigen unterschiedliche Entwicklungen auf, darunter den extrem hohen Ausbau von Photovoltaik, der jedoch die Integration in das bestehende Stromnetz erschwert. Die Notwendigkeit eines effizienten Gesamtsystems bleibt unerlässlich, um die Klimaziele zu erreichen und eine nachhaltige Energiezukunft zu gewährleisten.