Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) präsentierte heute ehrgeizige Pläne zur Transformation der urbanen Mobilität in Österreich. Bis 2028 sollen weniger Fahrzeuge die Innenstädte bevölkern, wodurch mehr Platz für Rad- und Fußwege geschaffen wird. Hanke betont die Notwendigkeit, in Infrastruktur, Energie und Hightech zu investieren, um die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern. Österreich kämpft mit hohen Schulden, schwachem Wirtschaftswachstum und einer anhaltend hohen Inflation, die alle sektorübergreifenden Fortschritt in der Mobilität beeinträchtigen könnten. Krone berichtet, dass auch Maßnahmen zur Reduzierung von Staus und zur Verbesserung der Mobilität für Menschen und Güter in den Fokus rücken.
Ein zentrales Element von Hankes Strategie ist die Investition in Nischenprodukte, insbesondere in die Halbleiterproduktion. Dabei sollen die Silicon Austria Labs (SAL) in Linz, Villach und Graz als europäischer Knotenpunkt für die Chip-Entwicklung dienen. Diese hochmodernen Einrichtungen beteiligen sich gemeinsam mit anderen europäischen Partnern am Aufbau einer sogenannten „EU-Chips-Design-Plattform“. Ihr Ziel ist es, Innovationen im Bereich der Halbleitertechnologien zu fördern und insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Start-ups den Zugang zu Ausbildungsangeboten und modernem Chipdesign zu erleichtern. Weitere Informationen stammen von bmimi.gv.at.
Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Aufschwung
Österreich hat sich in den letzten Jahren als bedeutender Akteur im Halbleitermarkt etabliert. Minister Hanke kündigte an, dass bis Ende 2025 eine umfassende Industriestrategie entwickelt werden soll, um den Standort Österreich zu stärken. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Unterstützung der Halbleiterindustrie, die eine Schlüsselrolle in der digitalen und grünen Transformation spielt. Bundeswirtschaftsministerium hebt hervor, dass Halbleiter entscheidend für neue Kommunikationstechnologien, präzise Medizintechnik und den Klimaschutz sind. Der Bedarf an Mikrochips wird bis 2030 voraussichtlich um das Doppelte steigen, was die Notwendigkeit für Investitionen in diesen Bereich unterstreicht.
Ein weiterer Aspekt ist die digitale Transformation der Infrastruktur, die durch die Elektrifizierung von bis zu 85% der Bahnstrecken und die Digitalisierung der Netze unterstützt wird. Hanke prognostiziert autofreie Innenstädte in naher Zukunft, stellt jedoch klar, dass gegenwärtig keine Einschränkungen für Radfahrer angedacht sind. Eine umfassende Diskussion über mögliche Videoüberwachungssysteme zur Kontrolle von Einfahrtsbeschränkungen in Städten ist bereits im Gange. Die Herausforderungen für die Umsetzung dieser Maßnahmen sind jedoch nicht zu unterschätzen, da der ÖAMTC ein Gutachten vorgelegt hat, das den ursprünglichen Entwurf als verfassungswidrig einstuft.
Insgesamt verfolgt Hanke mit seiner Planung das Ziel, nicht nur die regionale Mobilität zu fördern, sondern auch die Innovationskraft des Landes zu stärken und die Halbleiterindustrie als wesentlichen Motor für wirtschaftliches Wachstum zu positionieren. Dies ist besonders wichtig, um den europäischen Marktanteil an Halbleiterproduktionen zu sichern, der von stabilen 21% im Jahr 2000 auf nur noch etwa 8% gesunken ist. Mit der Stärkung der Halbleiterindustrie zielt die österreichische Regierung darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes langfristig zu erhöhen und wichtige Arbeitsplätze zu schaffen.