Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky warnt vor den möglichen Gefahren, die von einer Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen ausgehen. Er hebt hervor, dass die Nutzung von Gas und Öl nicht nur eine Kostenfalle darstellt, sondern auch die Lebensqualität in der Stadt gefährden könnte. Um den Bürgerinnen und Bürgern Wiens langfristig hohe Kosten zu ersparen, plädiert er für einen schnellen Austritt aus der Gasnutzung, der als entscheidender Schritt zur Sicherung einer lebenswerten Zukunft betrachtet wird. Dies berichtet Ökonews.
Die Stadt Wien hat sich dazu verpflichtet, bis 2040 klimaneutral zu werden, was im eigenen Klimagesetz verankert ist. Czernohorszky fordert die Etablierung eines Bundesklimagesetzes mit festem Ausstiegsdatum, um klare Rahmenbedingungen zu schaffen. Neuerungen sind auch in der Förderung von sauberen Heizformen wie Wärmepumpen und Sonnenstrom geplant, die bereits in einem Beispiel eines thermisch sanierten Wohnhauses in der Großen Neugasse demonstriert werden: Hier ermöglicht eine Wärmepumpe, die mit Solarstrom betrieben wird, eine Heizkostenreduktion von 20 bis 25 Prozent. Zudem könnte die Technologie auch zur klimafreundlichen Kühlung im Sommer genutzt werden.
Initiativen zur Reduktion von Gasnutzung
Ein bemerkenswerter Schritt in dieser Richtung ist die Initiative „100 Projekte Raus aus Gas“, die darauf abzielt, die Gebäudekälte zu verbessern. Diese Initiative zeigt, wie die Stadt Wien aktiv an der Umstellung auf erneuerbare Energien arbeitet. Czernohorszky betont die dringend benötigte Kontrolle über die Energieversorgung zurückzugewinnen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Darüber hinaus wird eine neue Förderschiene für den Ausbau von Sonnenstrom in Wien eingeführt, um die Nutzung erneuerbarer Energien weiter zu stärken.
Die Notwendigkeit, die Gasnutzung zu reduzieren, steht auch im Kontext der europäischen Klimaschutzpolitik. Diese verfolgt das Ziel, die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen und umwelt- sowie klimaschädliche Aktivitäten zu minimieren. Das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC), das Kyoto-Protokoll und das Übereinkommen von Paris sind wichtige internationale Vereinbarungen, die den Rahmen für die Bemühungen um Klimaschutz bilden. Laut Umweltbundesamt ist das 1,5-Grad-Ziel des Übereinkommens von Paris ein zentrales Grundprinzip.
In der EU wurden im Jahr 2020 etwa 3 Millionen Kilotonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen, wobei der Energiesektor mit 26% der Hauptverursacher war. Dies verdeutlicht die drängende Notwendigkeit, auf erneuerbare Energiequellen umzusteigen und die Abhängigkeit von Gas und Öl zu reduzieren. Die Stadt Wien scheint sich auf einen positiven Weg zu befinden, um diese Herausforderungen anzugehen und die Klimaziele zu erreichen.


