Am 18. September 2025 hat Bürgermeister Michael Ludwig im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses eine besondere Ehrung für die beliebten Puppen Kasperl und Pezi vorgenommen. Anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums überreichte er den beiden Figuren den Goldenen Rathausmann, eine Auszeichnung, die in der Stadtgeschichte erstmals für Figuren der Volkskultur vergeben wurde. Diese Ehrung unterstreicht die kulturelle Bedeutung der beiden Charaktere, die nicht nur als Wiener Publikumslieblinge, sondern auch als Teil der österreichischen Puppenspiel-Tradition gelten.
In seiner Ansprache hob Ludwig die Beliebtheit von Kasperl und Pezi bei Kindern und Eltern hervor. Bei der Feier waren zahlreiche Ehrengäste anwesend, darunter André Heller, Staatssekretär Josef Schellhorn und Stadträtin Ulli Sima. Auch Franz Schuh hielt eine Laudatio, in der er die Bedeutung des Publikums für Kinder betonte. Zum Auftakt der Veranstaltung wurde ein Musikstück von Helmut und Maria Stippich präsentiert.
Kulturelles Erbe und historische Meilensteine
Kasperl und Pezi haben seit ihrer Einführung im Jahr 1950 im Urania-Puppentheater eine wichtige Rolle in der Wiener Kultur gespielt. Die Puppen sind bekannt für ihre humorvollen und lehrreichen Geschichten, die Kinder und Familien ansprechen. Jährlich besuchen mehr als 50.000 Wiener*innen die Vorstellungen. Initiatoren der ursprünglichen Puppenbühne waren Hans Kraus und Marianne Plössl, die 1949 das „Theater im Kleinen“ gründeten. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich die Figuren weiter und fanden im Fernsehen große Beachtung.
Ein historischer Rückblick zeigt, dass die Wurzeln des Puppenspiels bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen. Die erste feste Puppenbühne wurde im 16. Jahrhundert in England eingerichtet. Die Tradition des Kasperltheaters ist somit Teil einer langen kulturellen Kontinuität in Österreich, die verschiedene Puppenspielarten umfängt, darunter Handpuppen, Stabpuppen und Marionetten. Die Figur des „Hans Wurst“, die im 18. Jahrhundert von Josef Anton Stranitzky auf die Bühne gebracht wurde, ist ebenfalls eng mit dieser Tradition verknüpft.
- 1949: Gründung des „Theater im Kleinen“ durch Hans Kraus und Marianne Plössl.
- 1950: Erster Auftritt von Pezi im Urania-Puppentheater.
- 1951: Beginn regelmäßiger Vorstellungen in der Urania.
- 1976: Manfred Müller übernimmt die Rolle des Kasperl.
- 2018: André Heller leitet das Urania-Puppentheater.
Die Jubiläumsfeier umfasst nicht nur die Ehrung im Rathaus, sondern auch verschiedene Veranstaltungen und Aufführungen, die das reiche Erbe und die bedeutende Rolle des Puppenspiels in der österreichischen Kultur verdeutlichen. Pezi, gespielt von Alexandra Filla, lud die Anwesenden herzlich zu den anstehenden Veranstaltungen ein und erntete dafür großen Applaus.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratulierte in einer Videobotschaft und würdigte die kulturelle Bedeutung der beiden Figuren für die Stadt Wien. Die Festivitäten zu diesem besonderen Anlass tragen dazu bei, dass die Tradition des Kasperltheaters auch in Zukunft lebendig bleibt und neue Generationen begeistert.
Für mehr Informationen zu den historischen Aspekten des Puppenspiels in Österreich verweisen wir auf das Austria-Forum und die Berichterstattung auf wien.orf.at.
Die ehrenvolle Überreichung des Goldenen Rathausmanns wird als Meilenstein in die Geschichte der Wiener Kultur eingehen und zeigt die anhaltende Bedeutung von Kasperl und Pezi für die Stadt und ihre Bewohner.
Für weitere Details zu dieser Ehrung und den Feierlichkeiten besuchen Sie die Presse Wien.