Am 4. März 2026 widmete sich die Stadt Wien im Rahmen des Internationalen Frauentags der Thematik „The Feminist City“. Das Verbindungsbüro der Stadt Wien veranstaltete anlässlich dieses bedeutenden Tages am 3. März zwei Events, die die Rolle der Frauen in der Stadtpolitik und -entwicklung in den Fokus stellten. In einer europaweiten Videokonferenz, die im Rahmen des Netzwerks „Eurocities“ stattfand, nahmen Teilnehmerinnen aus 30 Städten teil. Die Eventreihe beinhaltete zudem ein „Feminist Urban Afterwork“, das als Vernetzungstreffen für Frauen aus EU-Institutionen, Städte- und Regionalbüros sowie Zivilgesellschaft diente.

Die Stadt Wien führt seit 2023 gemeinsam mit Glasgow und Nantes die Arbeitsgruppe zu Frauenrechten und Geschlechtergleichstellung von Eurocities an. Dieses Jahr feiert Eurocities zudem sein 40-jähriges Bestehen. Die Veranstaltungen verdeutlichen die Bedeutung aktiver Politik für Frauenrechte und Gleichstellung in der EU. Bei der Eröffnung der Events betonte die Gemeinderätin Marina Hanke, wie wichtig es sei, die Errungenschaften der Frauenrechte zu verteidigen.

Wichtige Beiträge zu Frauenrechten

Im Verlauf der Videokonferenz präsentierten Vertreterinnen aus Dublin, Glasgow und Zagreb innovative Projekte. Diese zielen darauf ab, die historische Rolle von Frauen sichtbar zu machen und Aktionspläne gegen Gewalt an Frauen zu entwickeln. Renate Brauner, die ehemalige Vizebürgermeisterin von Wien, sprach über die Entwicklung feministischer Stadtpolitik seit 1979. Zudem hob Carina Ohlsson, Berichterstatterin des Europäischen Ausschusses der Regionen, die entscheidende Rolle der Städte in Bezug auf Frauenrechte hervor.

Flo Clucas warnte vor Rückschritten in der Gleichstellung aufgrund zunehmender Online-Gewalt, die Frauen von politischen Karrieren abhalte. Die Teilnehmerinnen forderten zudem eine verpflichtende Frauenquote in Politik und Verwaltung, um die aktuell stark unterrepräsentierten Frauen in politischen Ämtern — wo lediglich 16 % der Bürgermeisterinnen weiblich sind — zu fördern. Das Verbindungsbüro der Stadt Wien kann auf 30 Jahre frauenpolitische Projekte und Initiativen zurückblicken und wird auch weiterhin die Themen Frauenrechte und Geschlechtergleichstellung in Brüssel vorantreiben.

Gendergerechte Stadtentwicklung im Fokus

Das Thema Geschlechtergerechtigkeit rückt zunehmend auch in der Stadtentwicklung in den Mittelpunkt. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat sich zum Ziel gesetzt, die Gleichstellung von Frauen und Männern im öffentlichen Raum aktiv umzusetzen. Aktuelle Herausforderungen, wie vierspurige Straßen mit schmalen Fußwegen, die oft unzugänglich sind, betreffen vor allem Personen, die Sorgearbeit leisten.

Die Entwicklung einer „Stadt für alle“ steht im Zentrum der Bemühungen, wobei der Fokus auf eine fürsorgliche und solidarische Stadtentwicklung liegt. Damit werden bislang vernachlässigte Perspektiven, insbesondere von Frauen, älteren Menschen und sorgenden Personen, stärker berücksichtigt. Gender Planning wird dabei als wichtiges Instrument zur Förderung der Geschlechtergleichstellung und gleichberechtigten Mitwirkung angesehen.

Die vom BMWSB entwickelten Leitlinien für gendergerechte Stadtentwicklungspolitik umfassen acht zentrale Positionen, die von starker Repräsentation aller gesellschaftlichen Gruppen bis zur Berücksichtigung von Care-Arbeit und klimafreundlicher Stadtplanung reichen. Diese wurden im Rahmen einer Fach- und Netzwerkveranstaltung im Vorfeld des Weltfrauentags am 6. März 2025 in Berlin vorgestellt.

Das Engagement der Stadt Wien zur Förderung von Frauenrechten und gendergerechter Stadtentwicklung unterstreicht die Wichtigkeit, Räume zu schaffen, die für alle zugänglich und lebenswert sind. Es bleibt zu hoffen, dass solche Maßnahmen die Sichtbarkeit der Herausforderungen, mit denen Frauen konfrontiert sind, weiter erhöhen und zu einer gerechteren Gesellschaft beitragen.

Für weitere Informationen über die Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Frauentags besuche Wien.gv.at und für Details zur gendergerechten Stadtentwicklung schau auf BMWSB.