Im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien hat am 1. April die Ausstellung „Weltmacht Liebe. Eine Reise durch die Jahrhunderte“ eröffnet. Dies markiert gleichzeitig den Amtsantritt von Michaela Mayr als neue Generaldirektorin der Bibliothek. Bei der Presseführung stellte Mayr die komplexe Natur der Liebe vor und beleuchtete ihre Emotionen, die bis hin zu Hass, Eifersucht und Neid reichen können. Dies führt zu der Erkenntnis, dass Liebe nicht nur Schöne, sondern auch Konflikte hervorbringen kann, wie im Fall des Trojanischen Krieges, auf den auch Fetz verwies.

Ein weiteres zeitgeschichtliches Beispiel wurde von Kaska zitiert: das Motto der Habsburger Heiratspolitik, „Bella gerant alii, tu felix Austria, nube!“. Besondere Beachtung fand die Liaison von Maria Theresia, die von ihren 16 Kindern lediglich einer Tochter, Maria Christine, die Freiheit einer Liebesheirat gewährte. Diese historischen Anklänge dienen als Rahmen für die langen und vielfältigen Erzählungen über die Liebe, die im Rahmen der Ausstellung erzählt werden.

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Die Vielschichtigkeit der Liebe

„Weltmacht Liebe“ hat nicht den Anspruch, ein vollständiges Liebesinventar zu präsentieren, sondern zielt darauf ab, die Breite der Bestände der Nationalbibliothek in Bezug auf das Thema Liebe aufzuzeigen. Über 100 Exponate sind in der Ausstellung zu sehen. Darunter ein Koran aus dem 16. Jahrhundert, Werke von Platon und Sigmund Freuds „Jenseits des Lustprinzips“. Auch schlüpfrige Illustrationen aus einem alten „Decamerone“ sowie die Erstausgabe eines „Liebelei“-Walzers von Arthur Schnitzler finden Platz in der Sammlung.

Die thematische Ausrichtung der Ausstellung ist vielfältig. Die unterschiedlichen Aspekte der Liebe, wie unerreichbare Liebesideale, verbotene Liebe und Liebeswahn, werden durch diverse künstlerische Ausdrucksformen erfahrbar gemacht. Die Ausstellung integriert dabei multimediale Elemente wie Hörstationen und eine Station für Liebesbotschaften, was die Präsentation auflockert und zeitgemäß gestaltet.

Kunst und Kultur im Dialog

Die „Weltmacht Liebe“ stellt auch Verbindungen zu bedeutenden historischen und kulturellen Kontexten her. Inhalte aus der Kunst- und Kulturgeschichte werden ebenso thematisiert wie berühmte Liebesgeschichten oder das musikalische Werk von Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert. Literaturepochen werden vertreten durch Autoren wie Johann Wolfgang Goethe, Arthur Schnitzler und Ingeborg Bachmann. Diese Verknüpfung unterstreicht die Wandlungsfähigkeit der menschlichen Emotionen über die Jahrhunderte hinweg.

Die Ausstellung ist bis zum 1. November 2026 zu sehen und eignet sich sowohl für Kunstliebhaber als auch für Interessierte an kulturellen Verflechtungen der Emotion Liebe. Veranstaltungsführungen durch den Prunksaal und die Sonderausstellung werden ebenfalls angeboten. Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr, Donnerstag sogar bis 21 Uhr.

In einem breit gefächerten Kontext zur Thematik Liebe zeigt auch die Ausstellung „Love, Maybe“ in der Münchner Alexander Tutsek-Stiftung, wie vielfältig das Thema in der Gegenwartskunst behandelt wird. Dort präsentieren über 24 internationale Künstler und Künstlerinnen aus 13 Ländern ihre Sichtweisen und laden die Besucher ein, über zeitgenössische Fragestellungen nachzudenken. So wird deutlich, dass die Darstellung der Liebe und ihrer vielen Facetten auch heute, in einer von Krisen geprägten Zeit, von großer Bedeutung ist.

Die Auseinandersetzung mit der komplexen Emotion Liebe bleibt also nicht nur ein Thema für die Vergangenheit, sondern beschäftigt auch die Gegenwart und regt zum Nachdenken über individuelle und gesellschaftliche Konzepte an.

Für weitere Informationen zur Ausstellung „Weltmacht Liebe. Eine Reise durch die Jahrhunderte“ besuchen Sie bitte die Kleine Zeitung oder die Österreichische Nationalbibliothek. Weitere Einblicke in die zeitgenössische Auseinandersetzung mit der Thematik finden Sie auch im Artikel über die Ausstellung „Love, Maybe“ auf KunstMag.