Bjørn Brende, der Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF), hat heute seinen Rücktritt nach acht Jahren im Amt angekündigt. Der Rücktritt erfolgt im Kontext des Epstein-Skandals, der die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Verbindungen zwischen elitärer Politik und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein lenkt. Brende begründet seinen Schritt damit, dass es für das WEF und auch für ihn selbst am besten sei, den Stab weiterzugeben. Er möchte sicherstellen, dass die wichtige Arbeit des Forums nicht durch diesen Skandal abgelenkt wird, besonders angesichts seiner eigenen Verstrickungen in die Angelegenheit

.

Brende, der von 2013 bis 2017 Norwegens Außenminister war, hatte eine bedeutende Rolle im WEF, insbesondere bei der Gestaltung der globalen Agenda. Sein Name taucht in den vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten auf, und er gab zu, im Jahr 2018 und 2019 mehrfach an Abendessen mit Epstein teilgenommen zu haben. Diese Kontakte wurden von den Ermittlern als potenzieller Interessenkonflikt betrachtet, obwohl eine externe Überprüfung keine neuen Bedenken über das bereits bekannte Verhalten Brendes ergab, wie exxpress.at berichtet.

Politischer Druck und öffentliche Reaktion

In Norwegen wächst der politische Druck auf Brende und die außenpolitische Elite. Der Kontrollausschuss des Parlaments hat eine unabhängige Untersuchung zu den Verstrickungen prominenter Persönlichkeiten in den Epstein-Skandal angekündigt. Neben Brende stehen auch andere Schlüsselpersonen im Fokus, darunter der ehemalige norwegische Regierungschef Thorbjørn Jagland und die frühere Botschafterin Mona Juul. Brendes Kontakt zu Epstein, der seit 2008 wegen Missbrauchs verurteilt und für seine kriminellen Machenschaften bekannt war, wirft Fragen zu den ethischen Standards der politischen und wirtschaftlichen Elite Norwegens auf, was auch von rathausnachrichten.de angesprochen wird.

Nach Bekanntwerden von Epsteins krimineller Vergangenheit informierte Brende umgehend seine Vorgesetzten beim WEF, doch es gab bereits Berichte, dass er als „brillanter Gastgeber“ auftrumpfte und über die Rolle des WEF im globalen Kontext diskutierte. Brende bedauert nun, seine Verbindung zu Epstein nicht gründlicher überprüft zu haben, und lässt verlauten, dass eine Unterstützung der WEF-Grundsätze für ihn oberste Priorität hat.

Herausforderungen für das Weltwirtschaftsforum

Der Rücktritt von Børge Brende wirft grundlegende Fragen zu den Auswahlprozessen und ethischen Standards des WEF auf. Klaus Schwab, der Gründer des WEF, habe laut eigenen Aussagen nicht über Brendes Kontakte zu Epstein informiert gewesen. Dieses Vertrauensverhältnis und die politische Reaktion auf den Rücktritt sind gespalten: Einige Politiker fordern eine umfassende Untersuchung, während andere den Schritt als übertrieben ansehen. Inmitten dieser Kontroversen wurde Alois Zwinggi als Interimsvorsitzender des WEF ernannt. Der Stiftungsrat wird nun einen Prozess zur Ernennung eines dauerhaften Nachfolgers einleiten, um die Integrität der Institution wiederherzustellen.

Die internationale Organisation sieht sich also nicht nur der Herausforderung gegenüber, einen geeigneten Nachfolger zu finden, sondern auch, das Vertrauen der Öffentlichkeit in globale Institutionen zurückzugewinnen. Das WEF hebt hervor, dass es keine formellen Beziehungen zu Epstein unterhielt und sich stets von dessen Praktiken distanziert hat. Dennoch wird möglicherweise eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe gegen Brende in Erwägung gezogen, um die zukünftige Entwicklung des WEF und die Integrität der Organisation zu sichern.