Am 23. Jänner 2026 fand im Franz Himmer Kongress- und Veranstaltungszentrum im Moorbad Harbach, Bezirk Gmünd, die feierliche Übertragung des Amts von Bezirkshauptmann Christian Pehofer an die neue Bezirkshauptfrau Renate Giller-Schilk statt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nahm an der Veranstaltung teil und erläuterte die entscheidende Rolle einer funktionierenden Verwaltung in Zeiten globaler Herausforderungen wie Kriegen und politischen Spannungen. Sie betonte: „Ein starkes und erfolgreiches Bundesland braucht gut geführte Bezirkshauptmannschaften“ und wies auf die Notwendigkeit hin, die Verwaltungsstrukturen kontinuierlich zu reformieren.
Im Rahmen der Amtsübergabe sprach Mikl-Leitner auch über eine umfassende Verwaltungsreform. Diese sieht eine Vereinfachung jedes sechsten Landesgesetzes vor, um die Effizienz der öffentlichen Verwaltung zu steigern. Umfragen zeigen, dass 80 % der Bevölkerung Reformen für wichtig halten, während über 90 % die beste Gesundheitsversorgung wünschen. Giller-Schilk versprach, den direkten Kontakt mit den Bürgern zu suchen und die Verantwortung der Verwaltung ernst zu nehmen. Sie hob hervor, dass der Bezirk Gmünd nicht nur wirtschaftlich stark, sondern auch landschaftlich attraktiv sei.
Würdigung der bisherigen Leistungen
Christian Pehofer wurde für seine Leistungen im Bezirk Gmünd honoriert. Er sprach über die Bedeutung der Menschen, die in der Region leben, und die besonderen Herausforderungen, denen sich die Verwaltung gegenübersieht. Mikl-Leitner lobte Giller-Schilk für ihre fachliche Kompetenz und ihr Einfühlungsvermögen, was sie zu einer geeigneten Nachfolgerin mache.
Zusätzlich betonte Mikl-Leitner den bevorstehenden Höhepunkt der Landesausstellung 2028, die unter dem Thema „Wasserwelt Waldviertel“ steht. Der Festakt zur Amtsübergabe wurde musikalisch vom Blechbläserensemble der Stadtkapelle Gmünd umrahmt und fand unter der Anwesenheit zahlreicher Gäste, einschließlich Landesrätinnen, Landtagspräsidenten und Abgeordneten, statt.
Reformen in der Verwaltung
Im bundesweiten Kontext wird Verwaltungsreform als eine der bedeutendsten Herausforderungen angesehen. In Berlin etwa wurde am 1. April 2025 ein Gesetzentwurf zur umfassendsten Reform der Berliner Verwaltung in den letzten Jahrzehnten beschlossen. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner stellte einen neuen Entwurf für ein Landesorganisationsgesetz vor, das darauf abzielt, klare Zuständigkeiten und eine stärkere gesamtstädtische Steuerung zu etablieren. Ziel dieser Reformen ist eine effiziente, bürgerfreundliche Verwaltung, die auch digitale Innovationen fördert, wie es auch in der acatech-Studie zur öffentlichen Verwaltung beschrieben wird.
Diese Studie weist auf die Notwendigkeit der Innovationsfreundlichkeit innerhalb der Verwaltung hin und identifiziert Hemmnisse wie die Ausrichtung auf Beständigkeit und zunehmende Auflagen. Handlungsoptionen zur Verbesserung umfassen strukturelle Veränderungen, Technologieanpassungen und die Förderung von Fortbildungsmaßnahmen.
Die öffentliche Verwaltung sieht sich also einem umfangreichen Modernisierungsprozess gegenüber, der sowohl in Österreich als auch in Deutschland mit dem Fokus auf Effizienz und Bürgernähe einhergeht. In diesem Zusammenhang ist die interkommunale Zusammenarbeit und die Nutzung moderner Technologien essenziell, um eine zukunftsfähige Verwaltung zu gestalten.