In einer bedeutenden Entwicklung im Bereich des autonomen Fahrens hat das britische Unternehmen Wayve in einer neuen Finanzierungsrunde 1,2 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Damit steigt das verfügbare Kapital für die Markteinführung auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Mit dieser finanziellen Unterstützung will Wayve seine KI-gestützte Software zur Navigation von Fahrzeugen ohne klassische Regelwerke weiterentwickeln und optimieren. Die Software lernt in realen Fahrsituationen und erfordert somit keine starren Karten oder vorab definierte Szenarien, was sie von bisherigen Systemen unterscheidet, wie exxpress.at berichtet.
Wayve verfolgt einen Plattformansatz, der es Automobilherstellern ermöglicht, die Software in ihre Fahrzeuge zu integrieren, ohne dass sie eine eigene KI-Infrastruktur entwickeln müssen. Ziel ist die Schaffung einer universell einsetzbaren Lösung für verschiedene Fahrzeugmodelle. In naher Zukunft sollen selbstfahrende Fahrzeuge mit der Wayve-Software im Straßenverkehr in London eingesetzt werden. Das Unternehmen hat bereits einen selbstfahrenden Ford Mustang als Demonstrationsfahrzeug vorgestellt.
Robotertaxis und Automobilhersteller
Die Technologie von Wayve wird besonders für Robotertaxis als attraktiv erachtet, da diese eine hohe Fahrzeugauslastung und planbare Routen ermöglichen. Mercedes-Benz hat sich bereits an Wayve beteiligt, während BMW seine Weiterentwicklung von Level-3-Systemen eingestellt hat. Dies geschah im Zusammenhang mit der Modellpflege der S-Klasse und 7er-Reihe, die keinen Autobahnassistenten mehr anbieten wird. Ein Rückblick auf die Nachfrage zeigt, dass diese hinter den Erwartungen zurückblieb, was die Automobilhersteller nicht näher beziffern konnten.
Die Einbindung von Mercedes-Benz könnte den Fortschritt der Assistenzsysteme in naher Zukunft maßgeblich beschleunigen. Angesichts der sich rasant entwickelnden Technologien wird deutlich, dass die Automobilbranche vor einem bedeutenden Wandel steht, der durch Künstliche Intelligenz beschleunigt wird. Aktuell gibt es bereits Fahrzeuge mit „Level 3“ (hochautomatisiertes Fahren), die erlauben, dass der Fahrer jederzeit bereit sein muss, die Kontrolle zu übernehmen, wie tagesschau.de feststellt.
Zukunftsaussichten und Sicherheitsaspekte
Die Entwicklung hin zu „Level 4“ (vollautomatisiertes Fahren) wird als erreichbar angesehen, obwohl der Fahrer weiterhin fahrtüchtig bleiben muss. Die Prognosen der Allianz zeigen, dass bis 2035 ein Rückgang der Unfälle in Europa um 20 Prozent und bis 2060 um mehr als 50 Prozent zu erwarten ist. Trotz der „Vision Zero“, die eine Welt ohne Unfälle propagiert, bleibt dies eine Herausforderung, da es vor allem an standardisierten Richtlinien fehlt.
Eine Studie der Allianz hebt hervor, dass perfekte automatisierte Systeme wichtig sind, um den Verkehr sicherer zu machen. Der Rückgang der Verkehrstoten in Deutschland, mit 2.770 im letzten Jahr, zeigt bereits positive Entwicklungen, die auch durch gesetzliche Regelungen und moderne Fahrzeugtechnologien begünstigt werden. Der Einsatz von Notbremsassistenten hat den Auffahrunfall um bis zu 30 Prozent gesenkt. Eine verpflichtende Einführung dieser Systeme bei Neuwagen wird gefordert, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Dennoch zeigen Umfragen, dass über 80% der Bevölkerung die Kontrolle über ihr Fahrzeug nicht aufgeben möchten, was auf Vorbehalte gegenüber den neuen Technologien hinweist.