Am 18. Februar 2026 begann der 11. Wiener Gemeinderat um 9 Uhr mit seiner Fragestunde. In der Sitzung stellte die Gemeinderätin Barbara Huemer (Grüne) eine wichtige Frage an Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ): Sie erkundigte sich nach den Unterschieden in der durchschnittlichen Wartezeit auf orthopädische Operationen für Menschen mit und ohne Hauptwohnsitz in Wien. Hacker merkte an, dass die getrennte Wartelistenführung diskutiert, jedoch nicht umgesetzt wurde. Der Stadtrat wies darauf hin, dass jedes Bundesland für die wohnortnahe Versorgung verantwortlich ist, insbesondere für planbare Eingriffe, nicht jedoch für Notfälle.
In der Debatte wurde auch erwähnt, dass viele Patienten für Behandlungen nach Wien kommen, was auf die hohe Expertise des medizinischen und Pflegepersonals hinweist. GRin Aslihan Bozatemur (SPÖ) fragte nach der Zusammenarbeit zwischen dem Wiener Gesundheitsverbund und den Vinzenz-Kliniken bezüglich einer zentralen Steuerung von OP-Terminen. Hacker informierte, dass an einer zentralen Steuerung für planbare Operationen gearbeitet wird, die voraussichtlich im Sommer starten soll.
Wartezeiten in der Gesundheitsversorgung
Die Bemühungen um kürzere Wartezeiten stehen im Mittelpunkt der aktuellen Diskussionen. Eine Reduzierung der Anzahl der Patienten aus anderen Bundesländern bei planbaren Behandlungen ist ein erklärtes Ziel der Stadt Wien. Die durchschnittlichen Wartezeiten auf Operationstermine sind dabei ein entscheidender Faktor. Laut Informationen über die Wartezeiten bietet die Stadt Wien folgende durchschnittliche Wartezeiten im 4. Quartal 2025:
| Operation | Dauer der Wartezeit |
|---|---|
| Hüft-TEP | 29 Wochen |
| Knie-TEP | 39 Wochen |
| Wirbelsäulen-OPs | 8 Wochen |
Die Terminvergabe erfolgt über die Hotline 1450, mit dem Ziel, einen einfacheren Zugang und mehr Transparenz zu gewährleisten. Diese zentralisierte Terminvergabe könnte dazu beitragen, die Herausforderung der Wartezeiten zu mildern.
Allgemeine Trends zur Gesundheitsversorgung
Die aktuelle Situation in der Gesundheitsversorgung ist nicht nur auf Wien beschränkt, sondern spiegelt sich auch in der gesamten Bundesrepublik wider. Laut einer Umfrage des GKV-Spitzenverbands warten etwa 25 % der gesetzlich Versicherten länger als einen Monat auf ihren letzten Facharzttermin. Dies zeigt, dass die Problematik der Wartezeiten für viele Patienten ein ernsthaftes Anliegen ist. Zudem gab jeder zehnte Befragte an, dass er länger als drei Monate auf einen Termin warten musste.
Die GKV-Spitzenverband fordert daher eine Reform der ambulanten Versorgung, einschließlich der Vorschläge für ein gesetzlich vorgeschriebenes Onlineportal zur Terminvergabe. Ein zentrales Anliegen ist, dass bei der Vergabe der Termine nicht mehr nach der Art der Versicherung gefragt werden soll.
Insgesamt ist die Verbesserung der Gesundheitsversorgung und die Reduzierung der Wartezeiten ein Thema, das in den politischen Diskussionen in Wien wie auch in der bundesweiten Politik große Relevanz hat.