Am 21. Februar 2026 hat in Ungarn der offizielle Wahlkampf für die Parlamentswahlen am 12. April 2026 begonnen. In diesem Kontext haben die 106 Kandidaten der Parteien die Aufgabe, Unterstützungsunterschriften für ihre Kandidatur zu sammeln. Bis zum 7. März müssen dabei mindestens 500 gültige Unterschriften beim Wahlbüro eingereicht werden. Premier Viktor Orbán und der Herausforderer Péter Magyar von der Opposition, der Partei Respekt und Freiheit (TISZA), haben jedoch bereits verkündet, dass alle Kandidaten das notwendige Minimum erfüllen konnten. Magyar plant sogar, die Zahl der benötigten Unterschriften auf mindestens 1.000 zu erhöhen.

Bevor der Wahlkampf offiziell startete, gab es bereits Spannungen zwischen den Parteien, die durch tätliche Angriffe, Todesdrohungen und Erpressungsversuche gekennzeichnet waren. Dazu zählen auch Diffamierungen durch gefälschte KI-Videos. Magyar sieht eine weit verbreitete Sehnsucht nach einem Regierungswechsel und betont, dass die Tisza-Partei in aktuellen Umfragen vor der Regierungspartei Fidesz liegt.

Die politische Landschaft Ungarns

Magyar spricht oft über die geopolitischen Fehler Orbáns, insbesondere in Hinblick auf Varga, die durch einen Skandal um die Begnadigung eines Pädophilen-Helfers aus dem Amt gedrängt wurde. Die Tisza-Partei, die Magyar nach seinem Bruch mit Fidesz gründen konnte, erzielte bei der Europawahl 2024 nahezu 30 Prozent der Stimmen. Sein Wahlprogramm betont eine konstruktive Rolle Ungarns innerhalb der EU und NATO, ein scharfer Kontrast zur bisherigen Politik Orbáns, die unter anderem EU-Sanktionen gegen Russland blockiert hat.

Wahl- und Beziehungspolitik

Magyar hat sich in den letzten Monaten als dynamischer Opponent etabliert und sucht den Kontakt zu den Menschen, insbesondere in Kleinstädten und Dörfern. Er hat eine aktive Präsenz in sozialen Medien und schlägt einen klaren Kurs in westlicher Richtung vor, im Gegensatz zur „Schaukelpolitik“ Orbáns. Diese Entwicklung birgt das Potenzial für weitreichende Veränderungen in der ungarischen Politik, sollte es zu einer Abwahl Orbáns kommen.

Orbán, der ebenfalls von verschiedenen autoritären Bewegungen in Europa unterstützt wird, sieht sich zunehmend Diffamierungen ausgesetzt, während der Ukraine-Konflikt als strategisches Element seines Wahlkampfes dient. In einem ihrer letzten Umfragen liegt Magyar mit seiner Tisza-Partei um acht bis zehn Prozentpunkte vor Fidesz und zeigt damit die Möglichkeit eines historischen Wandels in der ungarischen politischen Landschaft.