Henn, ein Vorarlberger Autozulieferer, steht unter erheblichem Druck aufgrund der Handelszölle, die während der Amtszeit von Donald Trump eingeführt wurden. Diese Zölle haben das Unternehmen bereits mehrere Millionen Euro gekostet. Die finanziellen Einbußen sind insbesondere auf die Geschäftsbeziehungen mit japanischen und koreanischen Kunden zurückzuführen, wobei Henn Produktionsstätten in Mexiko, China und Indien unterhält. Trotz stabiler Umsätze bleibt die Lage sowohl für das Unternehmen als auch für die Branche angespannt.
Wie vol.at berichtet, sind die direkten Handelsbeziehungen zwischen Europa und den USA nicht so problematisch. Doch Universitätsstudien zeigen, dass die österreichische Wirtschaft insgesamt unter den Zöllen leidet. Rund 10.000 Arbeitsplätze könnten aufgrund der Zölle verloren gehen, wovon 500 in Vorarlberg betroffen wären. Experten wie Gabriel Felbermayr vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung weisen auf den wachsenden Druck durch die chinesische Konkurrenz hin, die erhebliche Kapazitäten in Bereichen wie Automobil, Stahl und Maschinenbau aufbaut.
Strategische Neuausrichtung und Investitionen
Um den Herausforderungen zu begegnen, plant Henn eine strategische Neuausrichtung. Diese beinhaltet eine Fokussierung auf Investitionen und den Ausbau von Produktionskapazitäten in anderen Ländern. Während notwendige Ersatzinvestitionen weiterhin in Europa getätigt werden, sind neue Investitionen und Erweiterungen vorrangig außerhalb Europas vorgesehen. Der Druck auf die Unternehmen wächst, sich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen.
Gemäß Handelsblatt sind nicht nur die Autozulieferer betroffen; die gesamte Automobilindustrie sowie das verarbeitende Gewerbe und die Technologiebranche sehen sich mit steigenden Kosten, Lieferkettenunterbrechungen und komplexen globalen Vorschriften konfrontiert. Der Brexit hat deutlich gemacht, wie Handelsveränderungen die Lieferkettenstrategien der Unternehmen beeinflussen können. Unternehmen sind zunehmend gefordert, ihre Zulieferernetze zu diversifizieren und Produktionsstandorte näher an die Heimatmärkte zu verlagern.
Risikomanagement und Ressourcenmanagement
Durch den Druck, ihre Lieferketten zu stabilisieren, setzen zahlreiche Unternehmen auf Nearshoring und Friendshoring, um renommierte Probleme im internationalen Handel zu minimieren. Unternehmen lagern zudem wichtige Materialien, um Puffer gegen Engpässe und Kostensteigerungen zu schaffen. In diesem Kontext wird Nachhaltigkeit immer mehr zu einem entscheidenden Faktor für die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen.
Da traditionelle Lieferkettenmodelle nicht mehr ausreichend sind, benötigen Firmen innovative, datengestützte Risikomanagementlösungen. Anbieter wie Sphera unterstützen Unternehmen dabei, Transparenz in Echtzeit zu schaffen, um Risiken frühzeitig zu identifizieren und Ungewissheiten in Chancen zu verwandeln. Proaktives Risikomanagement und N-Tier Assessments sind zentral, um Einblicke in tief verwurzelte Risiken innerhalb der Liefernetzwerke zu erhalten.
Die Herausforderung, die durch Handelszölle und globale Unsicherheiten entsteht, zwingt Unternehmen dazu, flexibler und anpassungsfähiger zu werden, um in einem unberechenbaren globalen Handelsumfeld bestehen zu können.