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Postkrise in Bregenz: Kunden müssen jetzt direkt zur Haustür!

Mit dem Schließen der letzten "Frauenkram"-Poststelle in Bregenz steht die Stadt vor einer gravierenden Unterversorgung mit Postdienstleistungen. Diese Schließung, die am 1. April 2025 vollzogen wurde, zwingt die Bürger dazu, ihre Postgeschäfte künftig direkt mit den Zustellern an der Haustür zu erledigen. Eine Übergangslösung, die von vielen als unzureichend und unrealistisch angesehen wird.

Franz Mähr, der Landesvorsitzende der Postgewerkschaft, kritisiert diese Vorgehensweise scharf und beschreibt die Situation als äußerst problematisch. Er berichtet von internen Kommunikationsproblemen, wenn Zusteller von Kunden über Änderungen informiert werden, statt umgekehrt. Zudem wurde ein neues Zustellsystem eingeführt, welches den direkten Kontakt zwischen Kunden und Zustellern suggerieren soll, das jedoch in der Praxis nicht umsetzbar ist. So haben die Briefträger keine Möglichkeit, Postgeschäfte abzuwickeln, was zu erheblicher Verwirrung unter den Bürgern führt.

Überlastung der einzigen Filiale

Aktuell muss sich Bregenz auf eine einzige eigenbetriebene Filiale in der Seestraße stützen. Diese ist jedoch überlastet und hat zusätzlich mit einem bekannten Parkplatzproblem zu kämpfen. Mähr kritisiert in diesem Zusammenhang auch das Postpartnersystem, das als instabil angesehen wird: „Da herrscht ein Wechsel wie bei Unterhosen“, sagt er. Viele der Postpartner hätten sich von einem guten Zusatzgeschäft versprochen, was jedoch nicht eingetreten ist.

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Ab dem 12. Mai sollen zwei neue Postpartner ihren Betrieb aufnehmen, deren Namen bislang jedoch unbekannt sind. Mähr äußert Skepsis über die Eignung dieser Partner, vor allem aufgrund der drohenden Parkplatzproblematik. Die Gewerkschaft fordert daher eine Rückkehr zu echten, eigenbetriebene Filialen, die einen zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Service bieten können.

Kundenerwartungen und Herausforderungen

Die aktuelle Situation zwingt die Bregenzer Bürger bis Mitte Mai, auf eine einzige Filiale angewiesen zu sein, was für viele als unzumutbar empfunden wird. Diese Entwicklung wird von Mähr als alarmierend beschrieben und er fordert ein Umdenken bei der Postführung und mehr politischen Rückhalt. „Die Post ist ein Grundversorger“, betont er und weist darauf hin, wie wichtig es ist, zuverlässige Dienstleistungen für die Bevölkerung zu gewährleisten.

In der Bregenzer Postpartnerstelle 6904 an der Mariahilfstraße 45, die am 2. April 2025 geöffnet hatte, müssen die Kunden sich weiterhin auf die begrenzten Dienstleistungen einstellen. Hier können Briefe, Pakete, Post Express-Sendungen sowie Werbepost aufgegeben werden. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag, die Filiale bleibt am Wochenende geschlossen. Eine Übersicht der Versandkosten zeigt, dass die Preise für innerösterreichische Briefe variieren und von 0,81 € bis 1,50 € reichen.

Zusätzlich fehlen in der Region zentrale Abgabemöglichkeiten wie die Landabgabekästen, die zur Vereinfachung der Zustellung an bestimmten Adressen gedacht sind. Diese externen Hausbrieffachanlagen werden an zentralen Stellen aufgestellt und sind für eine zentrale Zustellung ausgelegt – eine Maßnahme, die in der gegenwärtigen Lage für Bregenz von großem Nutzen gewesen wären, um die Serviceversorgung zu verbessern und Engpässe zu vermeiden.

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Weitere Quellen
oeffnungszeitenpost.at

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