Villach setzt Maßstäbe in der Wärmewende und zeigt, wie eine nachhaltige, zukunftsfähige Wärmeversorgung aussehen kann. Laut Ökonews befindet sich die Stadt auf einem ambitionierten Kurs zur Beschleunigung der Dekarbonisierung. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und das Fernwärmesystem nicht nur zukunftsfähig, sondern auch umweltfreundlich zu gestalten.

Mit einem der größten Fernwärmenetze in Österreich, das sich über rund 150 Kilometer erstreckt und jährlich über 300 Millionen Kilowattstunden Wärme einspeist, ist Villach ein Vorreiter in der urbanen Wärmewende. Erstaunlicherweise stammen rund 90 % der Energie aus erneuerbaren Quellen, darunter Biomasse, industrielle Abwärme und Solarthermie. Erdgas wird nur noch zur Spitzenlastabdeckung eingesetzt, was die ökologische Bilanz weiter verbessert.

Zukunftsorientierte Projekte

Ein zentrales Projekt in Villach ist die Nutzung der Abwärme aus der städtischen Kläranlage. Abwasser mit Temperaturen von 10 bis 20 Grad Celsius wird durch sechs Großwärmepumpen auf 75 Grad Celsius angehoben. Dieses innovative Verfahren sorgt dafür, dass zusätzliche 25 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr bereitgestellt werden können, was etwa 5.000 Wohnungen versorgt. Diese Maßnahmen leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen, indem jährlich 2,5 Millionen Liter Heizöl eingespart werden.

Die Investitionen in diese umfassenden Projekte betragen insgesamt 30 Millionen Euro. Hierbei fließen 9 Millionen in die Wärmepumpenanlage, 6 Millionen für hydraulische Anpassungen und Netzsicherheit sowie 15 Millionen in den Netzausbau. Die neue Leitung vom Heizwerk St. Agathen zur Innenstadt erhöht sowohl die Redundanz als auch die Kapazitäten des bestehenden Systems, was die Zukunftsfähigkeit des Fernwärmenetzes unterstreicht.

Steigende Energiepreise und Sparmaßnahmen

Trotz dieser positiven Entwicklungen stehen auch Villach und seine Bürger vor Herausforderungen. Die Energiepreise sind seit 2021 weltweit gestiegen, und auch in Villach spüren die Konsumenten die Auswirkungen. Dies hat die Stadt dazu veranlasst, Empfehlungen zur Senkung des Energieverbrauchs zu veröffentlichen. Laut villach.at können kleinere Maßnahmen wie das Senken der Heizungstemperatur oder korrektes Lüften einen erheblichen Beitrag zur Energieeinsparung leisten.

Zusätzlich wird raten, Elektronikgeräte richtig auszuschalten und in LED-Lampen zu investieren, um die Energiekosten nachhaltig zu senken. Die Stadt bietet zudem kostenlose Erstberatungen durch Experten der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie an, um den Bürgern dabei zu helfen, ihre Energieeffizienz zu verbessern.

Weichenstellung für die Zukunft

Die kommunale Wärmeplanung (KWP), ein strategisches Instrument zur Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien, spielt eine Schlüsselrolle in diesem Prozess. Laut Umweltbundesamt werden Wärmepläne der Kommunen regelmäßig aktualisiert und von zahlreichen Förderprogrammen zur Dekarbonisierung unterstützt. Zentrale Ziele sind unter anderem die Treibhausgasneutralität des Gebäudebestands bis 2045 und die Umsetzung der nationalen Klimaschutz-ziele im Bundes-Klimaschutzgesetz.

Villach ist durch innovative Technologien und gezielte Investitionen hervorragend positioniert, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern und gleichzeitig als Beispiel für andere Kommunen bei der Umsetzung der Wärmewende zu dienen.