Heute, am 24. Februar 2026, gedenkt die Welt des vierten Jahrestages des russischen Übergriffs auf die Ukraine, welcher am 24. Februar 2022 mit einer Fernsehansprache von Wladimir Putin begann. In dieser Ansprache erklärte Putin die Einleitung einer „Militäroperation“ mit dem Ziel, die Ukraine zu „entmilitarisieren“ und zu „entnazifizieren“. Zu diesem Zeitpunkt hatten russische Truppen bereits monatelang an der ukrainischen Grenze positioniert. Am Tag des Angriffs kam es in der gesamten Ukraine, von Kiew über Odessa bis Charkiw, zu Bombardierungen, während russische Bodentruppen aus mehreren Richtungen in das Land einmarschierten.
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj verhängte umgehend das Kriegsrecht und untersagte Männern im wehrfähigen Alter, das Land zu verlassen. In einem emotionalen Video bestätigte Selenskyj, dass er in Kiew bleiben und die Ukraine verteidigen werde, während viele Frauen und Kinder in Sicherheit flohen. Im Frühjahr 2022 startete die Ukraine eine Gegenoffensive und konnte wichtige Gebiete, insbesondere in der Region Charkiw, zurückgewinnen.
Die Gräueltaten von Butscha
Während dieses Konflikts sind jedoch auch schreckliche Verbrechen gemeldet worden. In zurückeroberten Gebieten wie Butscha, wo das Massaker stattfand, wurden zahlreiche Massengräber und Leichen mit Anzeichen von Folter entdeckt. Bis August 2022 fanden Ermittler 458 Leichen, von denen 419 durch Erschießung oder Folter ums Leben kamen. Fast alle Toten waren Zivilisten, und die brutalen Vorgehensweisen der russischen Truppen werden als gezielte Angriffe auf Zivilisten dokumentiert. Der Bürgermeister von Butscha bekräftigte, dass die russischen Streitkräfte offenbar von Moskau das grüne Licht erhalten hatten, um solche Gräueltaten zu begehen.
Diese Ereignisse führten zu heftigen internationalen Reaktionen, einschließlich Verurteilungen durch europäische Länder, die EU und die USA. Ein Bericht der UNHCHR dokumentierte die Tötung von Zivilisten und ermittelte in mehreren Fällen zu Kriegsverbrechen.
Aktuelle Entwicklungen im Ukraine-Konflikt
Im Zuge der anhaltenden Kämpfe hat sich die Strategie Russlands verändert, um sich verstärkt auf den Osten und Süden der Ukraine zu konzentrieren. Massive Luftangriffe auf kritische Infrastruktur führten zu weitreichenden Ausfällen von Strom, Heizung und Wasser. Seit Herbst 2023 mehren sich Berichte über einen langsamen Rückzug der ukrainischen Armee im Osten und im Saporischschja-Gebiet, obwohl Kiew auch die Rückgewinnung von hunderten Quadratkilometern an Boden meldete.
Im November 2024 erlaubten die USA, Großbritannien und Frankreich Angriffe auf militärische Ziele in Russland. Daraufhin reagierte der Kreml mit einem Luftangriff auf eine Raketenfabrik in Dnipro. Trotz der Spannungen wurden Friedensgespräche unter US-Vermittlung im Jänner 2026 initiiert, doch die Verhandlungen über eine Waffenruhe führten bisher zu keinem greifbaren Ergebnis.
Amnesty International fordert in diesem Zusammenhang die internationale Gemeinschaft und die Bundesregierung auf, Gerechtigkeit für die Opfer und Überlebenden des Konflikts zu suchen. Laut Amnesty müssen alle verschleppten Zivilpersonen zurückgeführt und unrechtmäßig festgehaltene ukrainische Gefangene freigelassen werden. Die Menschenrechte müssen in diesem Konflikt oberste Priorität haben.
In der heutigen Gedenkveranstaltung wird der vierte Jahrestag des Angriffs nicht nur in der Ukraine, sondern auch international gewürdigt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besucht Kiew, während das Europaparlament eine Sondersitzung abhalt. In Österreich sind weitreichende Gedenkveranstaltungen geplant, darunter ein „Marsch des Lichts“ in Wien und ein ökumenisches Friedensgebet im Stephansdom.
Die Verhandlungen zwischen den USA und Russland über eine Waffenruhe bleiben angespannt, da Russland umfangreiche Gebietsabtretungen fordert, auf die Kiew nicht eingehen möchte. Zudem hat Ungarn zuletzt einen geplanten 90-Milliarden-Euro-Kredit für die Ukraine blockiert und sich gegen das 20. Sanktionspaket gegen Russland ausgesprochen.
Aus diesen Ereignissen und Entwicklungen geht hervor, dass der Krieg oder die Aussicht auf Frieden weiterhin ungewiss bleibt, während die humanitäre Situation in der Ukraine und die Sicherheit der Zivilbevölkerung ernsthaft gefährdet sind.
Für weitere Informationen zu diesem Thema siehe auch die Berichte von Vienna, Wikipedia und Amnesty International.