Im Rahmen des bevorstehenden Internationalen Frauentags betont Valerie Höllinger, CEO von Austrian Standards, die fundamentale Bedeutung von Vielfalt in der Normung. In einem Interview mit Leadersnet erklärt sie, dass der Weltfrauentag, der erstmals 1911 gefeiert wurde, nach wie vor entscheidend ist, um Gleichstellung in Systemen, Produkten und Entscheidungen zu fördern. Höllinger hebt hervor, dass unterschiedliche Perspektiven als entscheidender Qualitätsfaktor angesehen werden und dass sie die Qualität von Standards erheblich erhöhen können.

„Fehlende Perspektiven können zu engen Annahmen und damit zu Anwendungsfragen führen“, warnt Höllinger. Der Ansatz von Austrian Standards, das Community-Management zu entwickeln, zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen internen Teams und externen Stakeholdern weiter zu stärken. Joanna Gajdek, die das Team International leitet, repräsentiert Austrian Standards in europäischen und internationalen Arbeitsgruppen, einschließlich der Gender Diversity Coordination Group von CEN und CENELEC.

Gender-responsive Standards und ihre Relevanz

Gender-responsive Standards sind solche, die insbesondere die unterschiedlichen Perspektiven und Lebensrealitäten in der Standardisierungsarbeit berücksichtigen. Dies wird als essenziell erachtet, um die Bedürfnisse aller Geschlechter in Normen und Standards richtig zu reflektieren. Höllinger weist zudem auf die historische Dominanz von Männern in der Standardisierung hin, betont aber die Fortschritte, die erzielt wurden, um mehr Expertinnen für relevante Arbeitsgruppen zu gewinnen. Diese Problematik ist auch in anderen Berichten wie bei DKE zu finden, wo die Wichtigkeit von geschlechtergerechten Normen unterstrichen wird.

Um geschlechterspezifische Fragen in Normen zu identifizieren, ist es wichtig, nicht nur offensichtliche Unterschiede zu betrachten, sondern auch tiefere Analysen durchzuführen. Die DKE hebt hervor, dass häufige Annahmen, wonach es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, sich als problematisch erweisen können. Ein Beispiel könnte der Rückruf von Medikamenten sein, die ausschließlich an Männern getestet wurden und bei Frauen zu gesundheitlichen Schäden geführt haben.

Die Vorteile der Mitarbeit in der Normung

Die Teilnahme an Standardisierungsprozessen bietet nicht nur die Möglichkeit, die eigene Sichtweise einzubringen, sondern auch Wissens- und Netzwerkvorteile sowie Einblicke in Markttrends und Best Practices zu erhalten. Während die Mitarbeit in Österreich kostenfrei ist, können in anderen Ländern Gebühren anfallen. Höllinger schließt mit einer starken Botschaft: „Die Vielfalt der Perspektiven führt zu besseren Lösungen, die mehr Lebensrealitäten berücksichtigen.“

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Förderung von Gleichstellung und die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede in Normen und Standards nicht nur notwendig, sondern auch vorteilhaft sind. Dies entspricht dem Ziel, sicherere und verlässlichere Produkte und Dienstleistungen für alle Menschen zu entwickeln, wie es auch von der DFG befürwortet wird.